Masuren I – Tag 5: Besichtigung Torun

Dieser Stadtrundgang hat sich wahrlich gelohnt. Torun ist eine wunderschöne Stadt mit prächtigen Bauten, viel Geschichte und Mythen. Außerdem war sie bereits ab dem Jahre 1280 die wichtigste Hansestadt des Ostens. Unsere quirlige und lustige Stadtführerin holt uns vom Campingplatz ab. Wir gehen zu Fuß, es ist kein allzu langer Weg. Über eine lange Brücke erreichen wir die Stadt. Unter uns plätschert die kleine, sog. tote Weichsel (sie war früher auch größer) neben dem 1000 km langen und breiten Hauptfluss dahin. Schon von der Brücke aus sehen wir ein tolles Panorama.


Die Stadt ist auf Sand Lehm und Ton gebaut. Das ist die Erklärung dafür, dass viele Bauten nach der langen Zeit ihres Daseins heute ganz schön krumm dastehen. Es liegt also in diesem Fall mal nicht an der Fotografin! Nicht nur Pisa hat einen schiefen Turm, auch in Torun findet man ihn! Denn besonders krumm ist ein ehemaliges Militärgebäude, das später lt. der Erklärung der Stadtführerin zu einem Gefängnis für „unordentliche Frauen“ auserkoren wurde.


An jeder Ecke dieser Stadt sehen wir imposante Gebäude: Speicherhäuser aus der Handelsblütezeit der Hansestadt, Reste der mächtigen Stadtmauer mit vielen Toren, wichtige Amtsgebäude und ein altes Badehaus mit der Aufschrift in deutscher Sprache: „Badeanstalt“. Über viele dieser Stätten weiß unsere Stadtführerin eine Geschichte zu erzählen!


Den riesigen Dom kann man nur stückweise auf die Platte bannen, so hoch und gewaltig ist er. Toll sind auch das Rathaus und das Geburtshaus des berühmten Astronomen Copernicus. Ein goldener Esel lenkt unsere Blicke auf sich. So nett, wie er heute aussieht, diente er doch einst der Folterung böser Menschen. Denn entlang seines Rückens zieht sich ein breites Metallband mit hoher scharfer Kante entlang, Darauf mussten sich die Bösewichte setzen. Besonders zu bedauern, meine ich, waren wohl die Männer. Eine Wohltat hingegen sind die vielen Restaurants, in denen man gute polnische Gerichte und Getränke genießen kann. Eine Biersorte, nämlich Lebkuchenbier, ist allerdings nichts für jeden Geschmack. Ein besonders urig und nett eingerichtetes Lokal sehen wir im Bild. Läden mit hübschen Mitbringsel in den Auslagen gehören mit zum Flair dieser lebendigen und sehenswerten Stadt.


Ach, jetzt hätte ich doch bald etwas Kurioses vergessen: Dieses Häuschen aus dem Mittelalter, von dem man zunächst glaubte, es sei ein Torhaus – aber nein, es ist ein Toilettenhäuschen mit einem Donnerbalken!