Die Elbe II – Tag 7: Besichtigung Magdeburg

Magdeburg, Handelstadt an der Elbe, Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, konnte 2005 ihr 1200-jaehriges Bestehen feiern. Man nennt sie auch „Ottostadt“, denn ab dem Jahre 962 war es die Kaiserpfalz vom ersten Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“. Ein großer Name, aber kurz gesagt: Otto l. In Magdeburg wurden sowohl im Dreissigjaehrigen- als auch im Zweiten Weltkrieg große Flächen zerstört. Aber die Stadt erhob sich immer wieder zu einer interessanten und industriell gut bestückten Metropole. Vom Campingplatz fahren wir mit dem Bus in die Stadt und treffen die Stadtführerin, die uns viel von Magdeburgs alter und neuer Geschichte erzählt. Am Domplatz erhebt sich der prächtige Dom St. Mauritius mit seinen 100 m hohen Türmen und die dreischiffige Basilika St. Katharina.


Im Dom sehen wir eine Ausstellung interessanter Holzstatuen. Eine davon finde ich besonders bemerkenswert, die lt. Aufschrift „Sprechende Frauen“ darstellt.


Aufgrund der Zerstörungen und des danach stattgefundenen Wiederaufbaus der Stadt ist der Architekturstil sehr mannigfaltig. Alt steht neben neu. Es gibt tolle moderne Wohnkomplexe, gelungene renovierte Plattenbauten aus DDR-Zeiten, moderne Geschäftshaeuser, dazwischen alte Regierungsgebäude etc.


Ein besonders interessanter Wohnungstrakt ist die sog. Wobauwelle, auch aus einem ehemaligen Plattenbau erwachsen.


Am Kloster „Unser Lieben Frauen“, jetzt Museum, und seiner Klosterkirche vorbei, kommen wir zum Alten Markt und dem Rathaus, vor dem das Denkmal vermutlich Ottos l steht. Der Kaiser, ganz in strahlendem Gold gehalten, hat seine beiden Frauen Editha und Adelheid an seiner Seite. Moralisch in Ordnung ist, dass er Adelheid erst heiratete, nachdem seine erste Frau gestorben war!


In der Johanneskirche predigte einst auch Luther. In ihr werden heute keine Gottesdienste mehr abgehalten, sondern andere Veranstaltungen. Sie gilt als Mahnmal, und an ihrer Tür steht ein bemerkenswerter Spruch, den ich gerne zitiere: „Wer weiter aus der Vergangenheit nichts gelernt hat und weiter Hass und Zwietracht sät, den klagen wir an“! Zwei Statuen stehen davor. Eine davon stellt eine „Truemmerfrau“ dar.


Auch interessante Ausgrabungen von den einstigen Befestigungen hat die Stadt zu bieten. Und auch auf unsere treue Begleiterin, die Elbe, können wir einen Blick werfen!


Und nun noch ein Höhepunkt unserer Stadtbesichtigung: Hundertwassers skurriler Gebäudekomplex, der erst nach seinem Tode fertiggestellt wurde. In ihm befinden sich Wohnungen, Geschäfte und Restaurants. Und was bedeutet diese Aussage „Fachgeschäft für Wohlsortierte Buchstaben“ in einem Ladenfenster im Gebäude? Es handelt sich um einen Buchladen!


Und in diesem Restaurant haben wir gut gespeist, wo im Innenhof und selbst in den Toiletten Hundertwassers bunte Welt vertreten ist.


Und nun werfen wir noch einen Blick auf Kaiser Otto und seine Gemahlin im Hof des Restaurants und einen zweiten auf den gesamten Komplex, zum Abschied von dieser schönen Stadt. Dann kehren wir zurück zum Campingplatz am Jersleber See!