
Heute liegt ein erlebnisreicher Tag vor uns. Nach dem Frühstück starten wir daher nicht zu spät zu unserer heutigen Fahretappe. Wir fahren weiter in Richtung Süden entlang der Costa Rei. Bei Villasimius beginnt unsere Fahrt auf einer der schönsten Küstenstraßen Sardiniens. Wir haben wieder mal Glück. Das Wetter ist fabelhaft. Die Morgensonne spiegelt sich im tiefblauen Meer und die sanften Wellen geben ein glitzerndes Farbenspiel. Dazu die mit niedriger Macchia begrünten, felsig schroffen Berghänge geben ein unvergessliches Bild. Hinter fast jeder Kehre ein neuer Blick auf diese tolle Landschaft – da bleibt es nicht bei nur bei einem Fotostopp.
Kurz vor Cagliari, das wir ja bereits kennen, endet diese Panoramastrasse und wir fahren in Richtung Norden weiter. Wir kommen jetzt in die fruchtbarste Region der Insel, welche stark landwirtschaftlich genutzt wird. Kurz nach Mittag treffen wir alle nacheinander an unserem Etappenziel, dem Agriturismo, ein. Wir erfrischen uns kurz im Swimmingpool und schon geht es mit dem Bus weiter in das Naturschutzgebiet Giara di Gesturi. Unser Parkranger Roberto erklärt uns auf der Hinfahrt zu diesem auf 600 Meter über NN gelegenen Hochplateau die Geologie der Landschaft. Haupterwerbszweig in der niedrigeren Ebene ist die Landwirtschaft mit Weizenanbau, Weinbergen und Olivenbäumen, aber auch die Ziegen- und Schafzucht. Erstaunt lernen wir, dass sogar Safran im großen Stil angebaut wird.
Dann geht es auf einer engen Serpentinenstraße steil bergan. Wir überwinden 400 Höhenmeter und befinden uns jetzt mitten im Naturschutzgebiet, wo die letzten 600 Wildpferde Europas leben. Trotz erdrückender Hitze schleichen wir mit unserem Parkführer durch den mit niedrigen Bäumen und dichten Sträuchern bewachsenen Naturpark und sehen bald die ersten Wildpferde im Laubwald. Diese leben in sogenannten Familienverbänden. Die Jungtiere haben ein hellbraunes Fell, die Älteren sind dunkelbraun bis schwarz. Ziemlich am Ende unserer kleinen Rundwanderung. Kommt ein Familienverband direkt auf uns zu und ist zum Greifen nah. Unserem Ranger wird es da schon fast etwas mulmig, aber dann drehen die Pferde ins dichte Gehölz ab. Wir lernen noch viel über die Fauna und Flora im Naturpark, dessen Untergrundgestein aus Basalt, also vulkanischen Ursprungs, besteht.
Wir beschließen den Tag mit einem köstlichen Menü, das die Landwirtsfamilie, also Fernando und Cenza, ausschließlich aus Produkten der eigenen Landwirtschaft und aus der Region hergestellt haben. Typisch sardisch eben! Da darf natürlich auch Spanferkel nicht fehlen! Alle sind sich einig: Das war das bisher beste Spanferkel auf unserer Reise!
Diejenigen, die später zu Bett gehen, erleben bei sternenklarer Nacht noch ein schönes Naturschauspiel: Hinter den Bergen geht der Vollmond langsam auf. Dieser Augenblick hat etwas mystisches!