Heute steht die Fahrt von Oskarshamn nach Stockholm auf dem Programm. Nach den wechselhaften Wetterbedingungen der vergangenen Tage zeigt sich Schweden heute von seiner allerbesten Seite: Strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel und sommerliche Temperaturen von rund 26 Grad begleiten uns auf unserer gesamten Etappe.
Kurz nach dem Verlassen des Campingplatzes bietet sich die Möglichkeit zu einem Abstecher nach Stensjö By, einem der bekanntesten Museumsdörfer Schwedens. Das Dorf vermittelt einen authentischen Eindruck vom ländlichen Leben in Småland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die roten Holzhäuser, gepflegten Gärten, Steinmauern und Wirtschaftsgebäude wirken, als wäre die Zeit stehen geblieben. Noch heute werden Teile des Dorfes bewirtschaftet und geben einen Einblick in die traditionelle schwedische Lebensweise.
Eigentlich würde unsere Route überwiegend über die E22 führen. Aufgrund einer Baustelle müssen wir jedoch eine Umleitung fahren, die uns weiter ins Landesinnere leitet. Was zunächst nach einem Umweg klingt, entpuppt sich schnell als echter Gewinn. Die Strecke führt durch die typisch småländische Landschaft mit dichten Wäldern, glitzernden Seen, roten Holzhäusern und kleinen Dörfern. Immer wieder eröffnen sich schöne Ausblicke, die zum Genießen einladen.
Auf dem Weg Richtung Hauptstadt passieren wir die Küstenstadt Västervik, die von den Schweden nicht ohne Grund den Beinamen „Ostkustens pärla“ – die Perle der Ostküste – trägt. Die malerische Lage zwischen Schären, Meer und historischen Gebäuden macht die Stadt zu einem der schönsten Orte an der schwedischen Ostseeküste.
Unterwegs passieren wir außerdem den berühmten Göta Kanal, eines der bedeutendsten Bauwerke Schwedens. Der Kanal wurde zwischen 1810 und 1832 erbaut und verbindet über zahlreiche Schleusen und Wasserwege die Ostsee mit dem Vänern- und Vätternsee. Mit einer Gesamtlänge von rund 190 Kilometern galt das Projekt seinerzeit als technisches Meisterwerk und zählt bis heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes.
Gegen Nachmittag erreichen wir schließlich Stockholm. Die schwedische Hauptstadt wird oft als „Venedig des Nordens“ bezeichnet, da sie sich über zahlreiche Inseln erstreckt, die durch Brücken miteinander verbunden sind. Tatsächlich waren Teile des heutigen Festlands vor einigen Jahrhunderten noch Inseln. Durch die kontinuierliche Hebung des Landes nach der letzten Eiszeit verändert sich die Küstenlinie bis heute. Nach der langen Fahretappe gönnen wir uns am Abend etwas Besonderes. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zu einem thailändischen Restaurant in der Nähe des Campingplatzes. Bei gutem Essen, angeregten Gesprächen und bester Stimmung lassen wir den Tag gemütlich ausklingen.
Für einen kleinen Überraschungsmoment sorgt heute Uli: Plötzlich habe ich einen neuen Beifahrer an Bord – der ab sofort auf der weiteren Reise mit dabei ist. Vielen Dank, Uli! Mal sehen, welche Abenteuer unser neuer Reisebegleiter noch erleben wird.



















