Heute steht die Besichtigung der finnischen Hauptstadt Helsinki auf dem Programm. Am Morgen bringt uns der Bus vom Campingplatz in die Innenstadt. Das Wetter zeigt sich dabei von seiner typisch nordischen Seite: Den ganzen Tag über begleitet uns Regen – mal kräftig, mal nur als feiner Nieselregen.
Während der Stadtrundfahrt erfahren wir zunächst viel über die Geschichte Helsinkis. Die Stadt wurde 1550 vom schwedischen König Gustav I. Wasa gegründet, um einen Konkurrenzhafen zu Tallinn zu schaffen. Lange blieb Helsinki jedoch eher unbedeutend. Erst nachdem Finnland 1809 als autonomes Großfürstentum unter russische Herrschaft kam, verlegte Zar Alexander I. im Jahr 1812 die Hauptstadt von Turku nach Helsinki. Aus dieser Zeit stammen viele der repräsentativen Gebäude, die das Stadtbild bis heute prägen.
Unser erster Halt ist das Olympiastadion. Es wurde ursprünglich für die Olympischen Spiele 1940 gebaut, die kriegsbedingt ausfielen. Zwölf Jahre später fanden hier schließlich die Olympischen Sommerspiele 1952 statt – ein bedeutender Moment in der finnischen Sportgeschichte.
Weiter geht es zum Sibelius-Denkmal, das dem berühmtesten Komponisten Finnlands, Jean Sibelius, gewidmet ist. Das aus mehr als 600 Stahlrohren bestehende Kunstwerk gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und beeindruckt durch seine außergewöhnliche Gestaltung.
Anschließend erreichen wir den Hafen mit der historischen Markthalle und dem Marktplatz. Hier werden seit über hundert Jahren frischer Fisch, Beeren, Rentierfleisch, finnische Spezialitäten und Kunsthandwerk angeboten. Trotz des Regens herrscht reges Treiben, denn dieser Platz gehört zu den beliebtesten Treffpunkten Helsinkis.
Direkt am Hafen fällt uns das große Riesenrad auf. Eine Besonderheit ist die weltweit bekannte Saunagondel, in der man tatsächlich während der Fahrt saunieren kann – eine Idee, die wohl nur in Finnland entstehen konnte.
Nicht weit entfernt liegt außerdem ein historischer Eisbrecher, der an die Bedeutung der Schifffahrt in den langen finnischen Wintern erinnert. Ohne diese Spezialschiffe wären viele Häfen monatelang von der Außenwelt abgeschnitten.
Ein weiterer Höhepunkt unserer Besichtigung ist der Senatsplatz mit dem imposanten Dom von Helsinki. Der klassizistische Platz wurde vom deutschen Architekten Carl Ludwig Engel entworfen und zählt zu den schönsten Plätzen Nordeuropas. Der schneeweiße Dom mit seinen markanten grünen Kuppeln gilt heute als Wahrzeichen der finnischen Hauptstadt und überragt weithin die Dächer der Stadt.
Wir legen noch einen Stopp an der Zentralbibliothek Oodi ein. Das außergewöhnliche Gebäude wurde 2018 eröffnet und gilt als eines der modernsten Bibliotheksgebäude der Welt. Mit ihrer geschwungenen Holzfassade und der offenen Architektur ist Oodi weit mehr als eine Bibliothek – sie ist ein öffentlicher Treffpunkt mit Veranstaltungsräumen, Werkstätten, Tonstudios, 3D-Druckern und zahlreichen Arbeits- und Aufenthaltsbereichen. Direkt gegenüber dem finnischen Parlament gelegen, steht das Gebäude symbolisch für Offenheit, Bildung und Demokratie und zählt heute zu den bekanntesten Bauwerken Helsinkis.
Zum Abschluss besuchen wir die berühmte Felsenkirche (Temppeliaukio-Kirche). Sie wurde Ende der 1960er-Jahre direkt in einen Granitfelsen hineingesprengt. Das natürliche Gestein, die kupferverkleidete Kuppel und die außergewöhnliche Akustik machen sie zu einem der beeindruckendsten Kirchenbauten Finnlands.
Nach der Führung bringt uns der Bus zurück zum Marktplatz, wo wir noch ausreichend Freizeit haben. Viele nutzen die Zeit für einen Bummel durch die Geschäfte oder einen Besuch in der historischen Markthalle. Wer möchte, kann außerdem die nur wenige Gehminuten entfernte Uspenski-Kathedrale besichtigen. Mit ihren roten Backsteinmauern und den goldenen Kuppeln ist sie die größte russisch-orthodoxe Kirche Westeuropas und erinnert eindrucksvoll an die Zeit, als Finnland Teil des Russischen Zarenreiches war.
Am Nachmittag bringt uns der Bus wieder zurück zum Campingplatz. Um 18:00 Uhr treffen wir uns zur Routenbesprechung und bereiten uns gemeinsam auf die nächste Etappe unserer Ostseeumrundung nach Estland vor.
































