Nordkap II – Tag 10: Kuhmo – Kuusamo

Auf der heutigen Tour weiter auf der Via Karelia nach Norden spüren wir, was unter dünn besiedelt zu verstehen ist. Wenn man mehr als 100 km auf einer Straße unterwegs ist, die durch unberührte Natur mit dichtem Mischwald führt, plötzlich von kleinen oder riesigen Seen flankiert wird und vereinzelt versteckte gelbe oder falunrote Holzhäuschen erscheinen lässt, dann begreift man, was Finnland vom restlichen Europa unterscheidet. Und dieses Erlebnis bei Sonnenschein und 80 km/h zu genießen, ist pure Entspannung. Es gibt einige Abstechermöglichkeiten zu Wintersportorten oder zum Einkaufen, aber wer möchte bei dieser entschleunigten Fahrt durch Lappland schon in den Trubel zurück? An einer Stelle treffen sich jedoch alle. Beim fast tausendköpfigen stillen Volk versuchen auch wir zu verstehen, was diese künstlerische Idee in uns bewegt. Jedenfalls ist der dort zu kostende finnische Pfannkuchen mit Rentierfleisch aber leckerer mit Marmelade die beste Unterstützung, um die Gedanken in die richtige Richtung zu bewegen. Danach ist es jedoch mit der Leere auf den Straßen vorbei. Die Rentiere benutzen in Finnland auch gern die Fahrwege der Kraftfahrzeuge und schlecken diese ab. Wahrscheinlich ist Salz auf der Straße der Grund. Der Reifengummi wird es wohl nicht sein. Im Camp treffen sich alle, um den Geburtstag eines Teilnehmers zu feiern und die nächsten Tage zu besprechen. Nach dem individuellen Abendbrot sitzen dann viele zusammen, um sich bei der noch kräftigen Abendsonne zu unterhalten.