Danzig-Masuren – Tag 4: Fahrt auf dem Oberlandkanal

Heute Nacht war etwas anders als sonst: Es hat ausgiebig geregnet. Die Natur war froh und konnte es ganz gut gebrauchen. Für uns waren es ungewohnte Geräusche, die wir in unseren Wohnmobilen vernommen haben. Unser Bus holt uns zu früher Stunde, nämlich um 07.40 Uhr, von unserem Campingplatz ab. Er bringt uns zur Anlegestelle in Buczyniec, wo wir das Schiff besteigen, das uns auf dem Oberlandkanal bis nach Elblag bringen wird. Das Besondere auf dieser Strecke ist, dass die Schiffe über 5 geneigte Ebenen, sogenannte Rollberge, auf Schienenwagen, angetrieben durch Wasserkraft, einen Höhenunterschied von 99 Metern überwinden. Um den gleichen Effekt mit Schleusen zu erzielen, wären 30 davon nötig gewesen. Der Ingenieur Georg Jacob Steenke, königlich preußischer Baurat, war von 1848 bis 1860 für die Entwicklung und den Bau verantwortlich. Der gesamte Kanal gilt als technisches Denkmal und steht unter Denkmalschutz. Gedacht war der Kanal, um Güter aus dem Landesinneren zur Ostsee zu transportieren, doch 1912 fanden die letzten Transporte von Waren auf dem Kanal statt. Die Eisenbahn war wirtschaftlicher. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es dann die ersten Fahrten für Touristen. Es ist ein interessanter Tag auf dem Schiff mit einem guten Mittagessen. Am Ende der Fahrt beginnt es dann aber heftig zu regnen, sodass wir die restliche Zeit unter Deck verbringen müssen. In Elbląg angekommen, wartet bereits unser Bus, der uns zurück zu unserem Campingplatz fährt. Um 18.00 Uhr treffen wir uns zur Besprechung des nächsten Fahrtages neben dem Wohnmobil der Reiseleiter. Bei gesponserten Getränken blicken wir noch einmal zurück auf den heutigen Tag, besprechen die morgige Route und reden über dies und das. Der Regen hat pünktlich aufgehört, doch wir bemerken dann auf einmal etwas anderes, Ungewohntes: Es wird kalt am Abend.