Baltikum – Tag 14: Tallinn Stadtbesichtigung

Für heute wurde Regen angekündigt und richtig, ab und zu fallen auch ein paar Tropfen. Als wir am Morgen unseren Bus besteigen, der uns zur Stadtbesichtigung nach Tallinn fährt, kann man die Optimisten und die Pessimisten an ihrer Kleidung klar unterscheiden. Unsere Fremdenführerin Carmen bringt es auch auf den Punkt: Wir sollen froh sein, dass wir jetzt hier sind, denn vor ein paar Wochen war das Wetter viel schlimmer. Auf der Fahrt zum Zarenschloss, dem Schloss Katharinenthal, erhalten wir von Carmen viele Informationen über Estland. Wir erfahren, dass Estland flächenmäßig so groß ist wie die Schweiz, dass von den rund 1,4 Millionen Einwohnern 1/3 in der Hauptstadt Tallinn leben, diese wiederum bis 1918 als Hansestadt Reval bekannt war. Das Schloss ließ Peter der Große, der den Beinamen aufgrund seiner Körpergröße von 2,04 m schon in jungen Jahren erhielt, für seine Ehefrau Katharina erbauen. Der Park ist zwar klein, aber wunderschön angelegt und bepflanzt.


Nach der Besichtigung dieser sehr schönen Anlage fährt uns der Bus in die Altstadt, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Wir laufen zuerst durch die Oberstadt, über Kopfsteinpflaster vorbei an interessanten alten Häusern, die hier auch Botschaften und Konsulate beherbergen, stehen auf interessanten Aussichtspunkten, die uns herrliche Blicke über die Stadt ermöglichen, sehen die Alexander-Newski-Kathedrale, spazieren bergab Richtung Unterstadt, passieren unter anderem auch die russische Botschaft, sehen dort die Unmutsäußerungen der Bevölkerung über Russland und seinen Herrscher und erreichen dann das Herz der Altstadt. Hier steht auch das Restaurant „Peppersack“, in dem wir heute in den ehemaligen Wohnräumen der gleichnamigen Familie unser Mittagessen einnehmen. Ein typisches estnisches Menü: Soljanka und danach Schweinshaxe mit Sauerkraut. Nach dem Essen verabschiedet sich Carmen von uns und wir haben noch etwas Freizeit in Tallinn. Danach treffen wir unseren Bus am vereinbarten Treffpunkt und fahren zurück zu unserem Campingplatz. Da wir festgestellt haben, dass heute ja eigentlich unser Bergfest ist, stoßen wir während der Besprechungsrunde nochmals darauf an. Wieder durften wir einen wunderbaren Tag verleben, der sich jetzt am Abend mit herrlichem Sonnenschein von uns verabschiedet.