Elsass – Tag 7: Ruhetag Kaysersberg

Unser Ruhetag heute hat gut gepasst – das Wetter war etwas wechselhaft und nach einer Woche voller Eindrücke durfte man es auch mal etwas ruhiger angehen lassen. Hinzu kam, dass der eine oder andere auch mit dem Anflug einer leichten Erkältung zu kämpfen hatte und daher die Aktivitäten heute doch sehr unterschiedlich ausgefallen sind (einschließlich mal auf die Schnelle nach Hause fahren zur Weinlese, um dann am Nachmittag rechtzeitig zur Weinverkostung mit einer Punktlandung wieder einzutreffen). Aufregung gab es jedoch gleich am Morgen, da ein Paar sich unglücklicherweise in seinem Wohnmobil ausgesperrt hatte. Der herbeigerufene Mechaniker hatte jedoch die richtigen Werkzeuge zur Hand und auch die notwendige Erfahrung, um das Problem zu lösen – die Erleichterung war groß, und der Kaffee schmeckte danach umso besser.


Auch der Besuch des Städtchens Kaysersberg war mit seinen hübschen Gassen und Häusern durchaus lohnenswert. Kaysersberg liegt an der elsässischen Weinstraße und nur etwa 10 km von Colmar entfernt. Mit einem kleinen Spaziergang von etwa 20 Minuten kann man vom Campingplatz am Fluss entlang, wunderbar ins Zentrum gelangen. Man wird von seinen bemerkenswerten historischen Glanzstücken begeistert sein und kann sich dem kaum entziehen: die Kirche Ste Croix mit ihrem wunderschönen geschnitzten Holzaltar, die befestigte Brücke über den Fluss Weiss, die mittelalterlichen Stadtmauern und Türme, die reich verzierten Fachwerkhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten und auch das Geburtshaus von Albert Schweitzer, einem gebürtigen Kaysersberger, der 1952 den Friedensnobelpreis erhielt und heute das Centre Schweitzer beherbergt. Ebenfalls zu Fuß sind die Überreste des Schlosses, das die Kaiserstadt überragt, gut erreichbar. Von der Spitze des Bergfrieds aus hat man einen Panoramablick auf die Pracht von Kaysersberg. Rund um das Städtchen gibt es viele Winzer, die einen Besuch lohnen. Besonders die so genannten Grand Cru Lagen ergeben wunderbare Weine.


Am Spätnachmittag hatten wir die Gelegenheit, uns bei einer Weinverkostung ausgiebig hierüber zu informieren und eine eigene Meinung zu bilden. Unser Winzer hat uns am Campingplatz mit einem Auszug aus seinem Repertoire an Weinen besucht. Wir konnten die klassischen elsässischen Rebsorten (u. a. Pinot Gris, Riesling, Pinot Blanc, Gewürztraminer, aber auch Pinot Noir) kosten. Abgerundet wurde dies durch den wirklich guten Cremant. Eigentlich wollten wir direkt nach der Weinverkostung übergehen zu unserer Fahrtagsbesprechung, aber die bereits aufgebauten Brotzeitplatten waren dann für die meisten doch zu verlockend. Somit sind wir kurzerhand zunächst den Genüssen der üppigen Brotzeitplatten erlegen, begleitet durch verschiedene Brotsorten und frische Weintrauben sowie Federweißer vom Winzer. Die Stimmung war ausgelassen, locker und lustig, und es wurde ausgiebig geratscht. Natürlich haben wir nach der Weinprobe auch einige Flaschen oder gleich Kartons geordert, welche noch am Abend geliefert wurden. Unsere Besprechung konnten wir anschließend noch durchführen, jedoch war die Aufmerksamkeit durch das feuchtfröhliche Vorprogramm etwas eingeschränkt.


Morgen geht es wieder on the Road und unsere Tagesetappe verläuft weiter nördlich bis in die Nähe von Molsheim – angereichert mit einigen lohnenswerten Abstechern und Zwischenzielen.