Elsass – Tag 6: Luttenbach – Kaysersberg

Bereits kurz nach dem Verlassen unseres ruhig gelegenen Campingplatzes führte uns eine kleine und wenig befahrene Straße durch grüne Wiesen und gesunde Wälder hinauf auf den Pettit Ballon. Auf der gesamten Strecke heute haben sich immer wieder Möglichkeiten zum Einkaufen und zum Einkehren ergeben. Es ist beeindruckend, wie die Landwirtschaft in den Vogesen ihre gesunden und nachhaltigen Produkte an die interessierten Gäste sinnvoll zu vermarkten weiß. Meistens ist man hier als Kunde gut aufgehoben und kann zu Recht gute Qualität erwarten.


Auf dem Gipfelparkplatz angekommen ergeben sich wunderbare Ausblicke und die kleine Wanderung zum Gipfel auf 1267 m Höhe ist lohnenswert. Die Abfahrt vom Petit Ballon ist dann eine kleine Prüfung für das Wohnmobil und inwieweit alle Gegenstände so verstaut sind, dass die Geräuschkulisse erträglich bleibt. Unten im Tal angekommen, mussten wir kurzfristig umdisponieren aufgrund einer Sperrung, die uns Markus rechtzeitig kommuniziert hat. Die Ausweichstrecke war angenehm zu fahren und auch landschaftlich nicht weniger schön.


Empfehlenswert ist auf jeden Fall, oben angekommen in der Nähe des des Col du Wettstein, der Besuch der Ferme Glasborn. Obwohl dies scheinbar kein echter Geheimtipp mehr ist (es standen zwei Busse auf dem Parkplatz), sind hier immer noch viele Einheimische und auch Handwerker zum Mittagessen anzutreffen.


Wenig später erreichen wir die beiden Gletscherseen namens Lac Noire (der „Schwarze See“) und Lac Blanc (der „Weisse See“). Die ganze Gegend bietet sich an für wunderbare Wanderungen und ist ein Paradies für Botaniker aufgrund ihres gigantischen Blumen Reichtums. Der umgebende Staatswald hat den betreffenden Namen „Deux Lacs“ und hat eine Größe von 637 ha. Davon sind 279 ha Naturschutzgebiet, welches etwa vor 10.000 Jahren in der Eiszeit geschaffen wurde und sich auf einer Höhe von 950 bis 1300 m befindet.


Im weiteren Verlauf ist die Straße angenehm zu fahren und bietet immer wieder neue Eindrücke. Später verlassen wir die Höhe und fahren auf der ältesten Straße, die die Vogesen durchquert, der „Via Petrosa“ weiter Richtung Lapoutroie, wo uns schon ein weiteres Highlight erwartet. Hier gibt es an der Route du Pays du Kirsch (Kirschwasserstraße) ein berühmtes Schnapsmuseum, welches unbedingt besucht werden sollte – idealerweise, wenn man ohne Fahrzeug unterwegs ist und das Angebot der netten Dame zur Verkostung ausführlich annehmen kann. Das Museum selbst ist auf wenig Fläche äußerst eindrucksvoll, aber teilweise auch leicht überladen, sodass man die einzelnen Schätze erst bei genauerem Hinsehen erfasst. Die Destillerie ist mit ihren Produkten durchaus bekannt und heimst regelmäßig Preise und Prämierungen ein. Dies war zum Abschluss der abwechslungsreichen Tagesetappe nochmals ein Erlebnis, kurz bevor wir unser Ziel in Kaysersberg erreicht haben.