Norwegen-Schweden – Tag 7: Stadtrundfahrt Bergen

Bergen ist mit rund 290.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Norwegens. Sie liegt an der Westküste und gilt als das „Tor zu den Fjorden“. Umgeben von sieben Bergen und zahlreichen Fjorden zählt Bergen zu den schönsten Städten Skandinaviens. Als Erstes unternahmen wir um 9 Uhr in einem kleinen Fährboot einen Ausflug zu verschiedenen Stellen im Hafen, bei denen wir kurz anlegten. Der Kapitän zeigte uns die Zollstelle, den historischen, kleinen Teil des Hafens, und wir machten Stopp in Alt-Bergen. Leider war das Freilichtmuseum erst ab 10 Uhr geöffnet und für uns leider zu spät. Dann holte uns unser eloquenter Stadtführer Ullrich aus Weimar in Thüringen, der 2002 in Bergen „hängengeblieben“ ist, ab und erläuterte uns die Stadt bei einem Rundgang. Er gab uns spannende Informationen. Gegründet wurde Bergen im Jahr 1070 von Olav Kyrre. Im Mittelalter war Bergen zeitweise die Hauptstadt Norwegens. Als Mitglied der Hanse entwickelte sich die Stadt zu einem der wichtigsten Handelszentren Nordeuropas und war 400 Jahre Mitglied der Hanse. Noch heute erinnert das Hanseviertel an die Zeit, in der viele deutsche Kaufleute regen Handel trieben. Da Bergen, aufgrund des Golfstroms fast immer eisfrei war, fanden die geschäftlichen Aktivitäten fast das ganze Jahr statt. Heute ist Bergen eine quirlige, moderne Stadt mit vielen Aktivitäten. Bei unserem Stadtrundgang zeigte uns Ullrich viele kleine Errungenschaften, die in Bergen Einzug gehalten haben. So gibt es unter anderem eine Art Rohrpost für den Müll. Interessant. Wir besuchten mit ihm das alte Bryggen – die berühmten bunten Hansehäuser am Hafen, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Er zeigt uns die Fløibanen – Standseilbahn, die auf den Berg Fløyen führt, die bei gutem Wetter einen herrlichen Blick über Stadt und Fjorde bietet. Natürlich war auch ein Besuch des Fischmarkts eingeschlossen. Er ist einer der bekanntesten Fischmärkte Norwegens und findet das ganze Jahr statt. Im Sommer, wenn Touristen da sind, etwas größer, im Winter etwas kleiner. Die Stadt wird wegen ihrer häufigen Niederschläge scherzhaft als „Regenhauptstadt Europas“ bezeichnet – ein Regenschirm gehört fast immer ins Gepäck. Wir hatten Glück. Während es die Nacht durchgeregnet hatte, blieb es bei unserm Ausflug bei etwas Nieselregen. Gegen 15:00 Uhr ging es dann zurück und unsere Besprechung fand wie des Öfteren in einem Gemeinschaftsraum des Campingplatzes statt.