Norwegen-Schweden – Tag 6: Oslo nach Geilo

Heute teilte sich die Gruppe. Ein Reisepaar nutzte die Gelegenheit, in Oslo zu sein, um gleich zwei Museen zu besuchen, ehe es wieder zur Reisegruppe stieß. Das Fram-Museum mit dem Original-Expeditionsschiff von Roald Amundson. Die Fram gilt als das stärkste Holzschiff der Welt, welches für Fahrten im Packeis gebaut wurde. Warum ist die „Fram“ so berühmt? Mit ihr unternahm u.a. Amundson seine berühmte Expedition, bei der er als erster Mensch den Südpol erreichte.


Direkt daneben ist das Kon-Tiki-Museum. Das Thema sind die Expeditionen des norwegischen Forschers und Abenteurers Thor Heyerdahl. Hauptattraktion: Das originale Balsaholzfloß Kon-Tiki. Heyerdahl wollte beweisen, dass Menschen aus Südamerika bereits mit einfachen Flößen Polynesien hätten erreichen können. Er segelte rund 8000 km von Peru bis zu den Tuamotu-Inseln in Polynesien. Die Expedition zeigte, dass eine solche Überfahrt technisch möglich war.


Aber nun zu unserer heutigen Tour: Nach dem ereignisreichen Tag in Oslo lag nun am heutigen Tag eine spannende Fahrstrecke vor uns. Los ging es von Oslo aus in Richtung der Region Telemark. Telemark, da war doch was im Wintersport! Na klar, Skispringer landen damit! Die Telemark-Technik spielt beim Skispringen eine wichtige Rolle: Der Springer setzt einen Ski leicht vor den anderen auf. Das hintere Bein wird gebeugt, wodurch die Landung stabiler und eleganter wirkt. Und eine sauber ausgeführte Telemark-Landung bringt höhere Haltungsnoten der Kampfrichter. Die Technik geht auf den norwegischen Skipionier Sondre Norheim aus der Region Telemark zurück. Er entwickelte Mitte des 19. Jahrhunderts diese Fahr- und Landetechnik und legte damit einen wichtigen Grundstein für den modernen Skisport. Aber nun zurück zur Region. Eine Besonderheit ist, dass die Region Berge, Wälder, Seen, Hochebenen und tiefe Täler hat – ein Querschnitt durch die norwegische Landschaft. Besonders hervorzuheben ist die größte erhaltene Stabkirche Norwegens in Heddal. Sie gehört zu den beeindruckendsten Bauwerken des Landes.


Gebaut Anfang des 13. Jahrhunderts als mittelalterliche Stabkirche, vorwiegend aus Kiefernholz. Sie besitzt drei hohe, turmartige Dachstufen, wodurch sie fast wie eine Märchenkirche wirkt. Der Name stammt von den senkrechten Holzpfosten („Stäben“), die das Tragwerk bilden. Die kunstvollen Schnitzereien zeigen eine Mischung aus christlichen Motiven und Ornamenten aus der nordischen Wikingertradition, darunter Drachenköpfe und verschlungene Muster. Sie war ursprünglich eine katholische Kirche. Nach der Reformation wurde sie evangelisch-lutherisch genutzt. Etwas älter ist die Stabkirche in Udval. Baujahr etwa um 1168. Sie liegt im Numedal in der Kommune Nore og Uvdal. Es ist eine ursprünglich kleine Stabkirche, die über mehrere Jahrhunderte immer wieder erweitert und umgebaut wurde. Dadurch vereint sie Baustile aus verschiedenen Epochen. Sehenswert sind besonders die reich bemalte Innenausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das kunstvoll geschnitzte Eingangsportal mit Motiven aus der Völsunga-Saga, einer berühmten nordischen Heldensage. Ein hölzerner Taufstein und ein Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert lassen Besucher staunen.


Die Fahrt nach Geilo verläuft entlang von Flüssen, und Seen, durch Schluchten und Anhöhen und zuletzt relativ steil, in Serpentinen, bis in eine Höhe von rund 1100 m auf der Hardangervidda. Sie gehört zu den größten Hochgebirgshochebenen Europas und ist eines der eindrucksvollsten Naturgebiete Norwegens. Auf etwa 8000 km² ist hier auch Norwegens größter Nationalpark, meist zwischen 1100 und 1400 m über dem Meeresspiegel. Sie ist Heimat der größten wilden Rentierherde Europas und überwiegend eine baumlose Landschaft mit Seen, Mooren, Felsen und im Winter mit ausgedehnten Schneefeldern – oft als „Dach Norwegens“ bezeichnet. Zahlreiche Wanderwege und Berghütten machen das Gebiet zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Skilangläufer. Und dann taucht der Wintersportort Geilo mit unserem Campingplatz auf. In der Abendsonne absolvieren wir das Briefing. Aber in der Höhenlage ist es heute frisch und alle „verkriechen“ sich in ihre Womos.


Morgen geht es nach Bergen. Der regenreichsten Großstadt Europas. Na, wir lassen uns überraschen. Zum Glück stimmt der Wetterbericht nicht immer ganz genau. Und wenn doch: Camping ist ein Outdoorvergnügen.