Heute ist Ausschlafen angesagt. Erst um 11 Uhr geht unsere kleine Schiffsreise auf dem Geiranger los. Wir treffen uns gegen 10:30 Uhr und gehen gemeinsam zum Schiff. Es war genau richtig. Dort angekommen, konnten wir uns die besten Plätze auf dem Oberdeck mit einer tollen Aussicht sichern. Die Fahrt geht auf dem absolut ruhig daliegenden Fjord in Richtung Fjordausgang. Wir sehen die Adlerkehren, die sieben Schwestern, den freien Wasserfall und den Brautschleier. Dazu gibt es eine Sage, von der man im Land der Trolle sagt: Es ist keine Sage. Die Adlerkehren gehören zu den spektakulärsten Straßen Norwegens. 11 enge Serpentinen führen vom Geirangerfjord hinauf auf etwa 620 m Höhe. Sie liegen an der Straße 63 zwischen Geiranger und Eidsdal. Die Straße wurde 1955 eröffnet und machte Geiranger erstmals ganzjährig auf dem Landweg erreichbar. Die maximale Steigung beträgt 10 %. Für Wohnmobile ist die Strecke gut befahrbar, allerdings gilt für Fahrzeuge eine zulässige Maximallänge von 15 m. Die berühmteste Kehre heißt Ørnesvingen („Adlerkurve“). Dort befindet sich ein großer Aussichtspunkt mit einem grandiosen Blick auf den Geirangerfjord, den Wasserfall „Die sieben Schwestern“ und den gegenüberliegenden Bergbauernhof Knivsflå. Wir werden uns morgen überraschen lassen, denn diese Strecke führt uns nach Kristiansund. Aber nun zur Sage: Der Legende nach, lebten einst sieben wunderschöne Schwestern auf der einen Seite des Geirangerfjords und gegenüber wohnte ein junger Freier. Der Freier wollte eine der Schwestern heiraten und ging mit einer Flasche Schnaps (oder Met) zu ihnen, um dann um ihre Hand anzuhalten. Doch er konnte sich nicht entscheiden, welche der sieben Schwestern er wählen sollte. Er zögerte und überlegte viel zu lange, bis keine der Schwestern ihn mehr haben wollte. Aus tiefstem Kummer und voller Enttäuschung erstarrten alle zu Wasserfällen: Die Sieben Schwestern stürzen heute als sieben nebeneinander verlaufende Wasserfälle etwa 250 Meter in die Tiefe. Gleich gegenüber befindet sich der Wasserfall: Der Freier (Friaren). Seine Form erinnert an eine Flasche, weshalb man sagt, er halte noch immer die Schnapsflasche in der Hand und werbe vergeblich um die Schwestern. Elke hat eine Gesteinsformation in der Wand fotografiert. Vielleicht ist das der Freier? Ganz in der Nähe liegt außerdem der Brautschleier (Brudesløret), sein feiner Wasserfächer erinnert an den Schleier einer Braut.
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Den Nachmittag gestaltete jeder nach seinen Vorstellungen, und um 19:00 Uhr beim Briefing verabschiedeten wir uns mit einem Glas Sekt aus dem sehr schönen, interessanten, aber augenblicklich sehr nassen Geirangerfjord.
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