Masuren I – Tag 9: Fahrt von den Masuren nach Malbork (zu Deutsch Marienburg) ins Pommerland

Eine Strecke von rund 210 km führte uns durch das Land. Schnellstraße, Autobahn und Landstraße – heute kam alles vor. Wir stellten fest, dass es mit jedem Kilometer, der uns nach Norden führte, ebener und flacher wurde. Ein wichtiger Besuchspunkt war das Schiffshebewerk am Oberländischen Kanal, der auf Polnisch Kanał Elbląski (Elbląg-Kanal) heißt. Er ist berühmt wegen seiner geneigten Ebenen/Rollberge (schiefe Ebenen), die Boote über Landstrecken auf Schienenwagen transportieren – eine sehr ungewöhnliche Bauweise, da man so große Höhendifferenzen ohne viele Schleusen überwindet. Die schiefen Ebenen sind trocken („dry inclines“): Das Boot wird über eine Lore entnommen, auf die Schienen gesetzt, und dann über die geneigte Ebene bewegt. Es gibt fünf solcher Ebenen auf den Kanälen: bei Buczyniec (Buchwalde), Kąty (Kanthen), Oleśnica / Schönfeld, Jelenie / Hirschfeld, und Całuny / Neu Kußfeld. Wir besuchten heute den Kanal bei Buczyniec (Buchwalde). Es ist der größte Rollberg am Oberländischen Kanal (Kanał Elbląski). Dort wird eine Höhendifferenz von rund 20,5 Metern überwunden. Ein tolles Schauspiel. Sehr interessant ist auch der Antrieb, der die Schiffe über die Rollberge zieht.



Einige machten auf dem Weg zur Marienburg einen Abstecher in Elblag. Eine sehr schöne Stadt, um 1237 vom Deutschen Orden gegründet, war eine Hansestadt. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und wird bis heute liebevoll wieder aufgebaut. Viele Gebäude sind Nachbauten, alter Bürgerhäuser.


Dann ging es weiter nach Malbork (Marienburg). Wir richteten uns auf dem Campingplatz ein, viele relaxten in der traumhaften Sonne oder machten mit dem Fahrrad einen ersten Abstecher nach Malbork. Heute gab es wieder nur blauen Himmel. Sonne wie im Hochsommer, aber erträgliche Temperaturen. Keine Hitze über 30 °C wie zu Hause. Das Abendessen nahmen wir im Restaurant der Marienburg ein. Das Restaurant ist in den gotischen Kellerräumen/Kellergewölben der Burg gelegen. Man sitzt in historisch mittelalterlicher Atmosphäre mit Steingewölben, manchmal mit Kamin oder ähnlichen Elementen. Nach einem Spaziergang entlang der Nogat, einem Nebenfluss der Weichsel, erreichten wir unser Restaurant im Keller der Marienburg. Sehr rustikal, mit sicher fast 10 cm dicken Tischen, die schon hunderte von Jahren sein könnten, speisten wir ein zum Ambiente passendes Gericht. Es gab eine kräftige Suppe, einen Braten mit Klößchen und roter Bete. Unsere Vegetarierinnen wurden mit Fisch (hielt man in diesem Restaurant für vegetarisch) verwöhnt :-). Hat sonst die ganze Reise über perfekt geklappt. Auch auf Götz wurde mit seiner Allergie Rücksicht genommen und er erhielt einen Obstsalat statt Apfelkuchen wie wir. Ein Kaffee beschloss das Menü. Dann machten wir uns auf den Rückweg. Tolle Bilder gab es an der Nogat (dem Fluss) im Sonnenuntergang. Alle sind gespannt auf die Ausführungen des „Burgführers“ über die größte Backsteinburg der Welt, der uns morgen um 10 Uhr dort erwartet.