Lago Maggiore – Cinque Terre – Tag 7: Fahrt Turin nach Genua

Die italienische Lebensart ist inzwischen ansteckend: Bei schönem Wetter, obwohl für die Jahreszeit zu frisch, und beeindruckendem Bergpanorama, haben sich einige am Morgen trotzdem Zeit gelassen. Aber jeder hatte einen Plan, wie man die vielen Highlights auf der vielversprechenden Route bis nach Rapallo unterbringen kann und wo man Prioritäten setzt. Die Herausforderung war schon teilweise das sogenannte Free-Flow-Mautsystem oder die genaue Wegfindung nach Alba, sowie in Alba der allwöchentliche Markt am Samstag mit dem Trubel und Andrang aus der ganzen Region – kein Wunder bei all den angebotenen Köstlichkeiten (neben den üblichen Taschen/Schuhen/Jacken etc.).

Die Tour führte zunächst nach Asti, einem schönen, italienischen Städtchen im Tanaro-Tal, das wohl den meisten aufgrund des bekannten Asti Spumante bekannt sein dürfte. Das Städtchen bietet aber so viel mehr und man sollte sich Zeit nehmen für einen kleinen Bummel. Aufgrund des zentrumnahen Großparkplatzes war der Fußweg entsprechend kurz. Asti besitzt ein authentisches, mittelalterliches Stadtzentrum mit zahlreichen Kirchen, Palazzi und Geschlechtertürmen. Ein Rundgang lässt sich bequem zu Fuß bewältigen. Bekannt ist vor allem die „Cattedrale di Santa Maria Assunta“, eine der größten und bedeutendsten gotischen Kirchen im Piemont, deren Innenraum mit prächtigen Rokokofresken und bemalten Rundpfeilern fasziniert. Der „Torre Trojana“ ist das markante, 44 Meter hohe Wahrzeichen aus dem 13. Jahrhundert auf der Piazza Medici. Nach 199 Stufen bietet sich ein grandioser Rundumblick auf die Stadt. Die Stadt selbst hat etwa 73.000 Einwohner und die umliegenden Hügel der Weinbauregion gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und zeichnen sich durch exzellente Weinlandschaften aus. Kennen sollte man Asti Spumante und Moscato d’Asti – weltberühmte süße italienische Schaumweine (DOCG-Status), die aus der Moscato-Bianco-Traube gewonnen werden. Bekannte Marken sind unter anderem Martini Asti oder Cinzano.


Weiter ging es nach Alba. Alba ist eine charmante, historische Kleinstadt und das unbestrittene kulinarische Herz der hügeligen Weinregion Langhe. Weltweit berühmt für seine weißen Trüffel und weltklasse Weine wie den Barolo, ist die Region ein absolutes Paradies für Feinschmecker. Nicht zu vergessen: Die Region hat angeblich die weltbesten Haselnüsse und ist die Heimat von Ferrero mit seinen bekannten Marken. Die Stadt selbst ist eine hübsche Kleinstadt (auch Stadt der 100 Türme genannt, da die mittelalterliche Altstadt von diesen Geschlechtertürmen geprägt wird) mit toller Fußgängerzone, in der viele Geschäfte zum Bummeln lohnen. Selbstverständlich kann man sich auch wunderschön niederlassen, bei einem Café, die regionalen Köstlichkeiten schmecken lassen und das rege Treiben beobachten. Hervorheben möchte ich in Alba auch die Vielzahl an sehenswerten Kirchen, u. a. den gotischen Dom San Lorenzo und die Kirche San Domenico. Die Fotos können hiervon nur einen kleinen Eindruck wiedergeben.


Auf der atemberaubenden Hügellandschaft der Langhe wachsen die Trauben für die berühmten Weine Barolo, Barbaresco und Nebbiolo. Rund um Alba liegen historische kleine Weindörfer auf den Hügeln, wie Barolo, La Morra und Neive, die sich perfekt für malerische Ausflüge und Weinverkostungen eignen – wozu wir leider keine Zeit hatten und aufgrund der Weiterfahrt war dies auch nicht zu empfehlen. Die Fahrt von Alba nach Mondovi war unglaublich schön und auf der rechten Seite begleiteten uns auf der Strecke die französischen Seealpen.


Auch die kleine Stadt Mondovi, mit der Piazza und der wunderbaren Altstadt einschließlich Kathedrale, ihrer mittelalterlichen Stadtmauer und der 550 m langen Standseilbahn von der Unterstadt zur Piazza, sollte man unbedingt besuchen. Das mittelalterliche Herz der Stadt ist Mondovi Piazza mit seinen Sehenswürdigkeiten: Piazza Maggiore – ein einzigartiger, asymmetrischer Platz auf zwei Ebenen, umgeben von prächtigen Palästen wie dem Palazzo Fauzone. Dazu der Torre Civica (Belvedere-Turm) – er bietet einen fantastischen 360-Grad-Panoramablick über die Stadt bis hin zu den Alpen. Nicht zu vergessen: Chiesa della Missione – eine Jesuitenkirche, berühmt für die beeindruckenden barocken Scheinarchitektur-Fresken von Andrea Pozzo.


Aber mit Blick auf die Uhr muss man dann doch irgendwann zurück auf die Autobahn und den Weg Richtung Küste einschlagen (wobei die Autobahn auch ausreichend Kurven und Baustellen bereithält, die Zeit kosten, dafür landschaftlich schön ist und man vom Piemont nach Ligurien kommt). Auch die Küstenstraße von Savona Richtung Genua hat wieder so viele schöne Ecken und kleine Uferpromenaden, die man alle nicht einfach nur links liegen lassen möchte und die zu einem kleinen Spaziergang mit Kaffee einladen. Für Franz Xaver wurde sogar extra beim Eintreffen an der Küste eine Flugshow zelebriert.



Nach einem langen Tag endlich am Campingplatz in Rapallo angekommen, wurde fleißig gekocht und gegessen. Im Laufe des Abends haben wir uns dann noch spontan zu einer geselligen Runde verabredet, damit auch Dierk endlich sein 5-Liter-Fässchen spendieren konnte. Der Abend begann dann mit einer feierlichen Überreichung von einem ganzen Sortiment an Gummiringen an den Reiseleiter – Andreas hat keine Kosten und Mühen gescheut. Es wurde dann doch etwas später, nachdem jeder auch noch ausreichend mitgebracht hatte, und bei bester Stimmung verging die Zeit unwahrscheinlich schnell.