Frankreich – Tag 9: Schlossrundfahrt Blois und Chambord

Um 9 Uhr ging’s am 8. Tag unserer Rundreise los. Pünktlich stand der Bus vor dem Campingplatz und unsere Schlossführerin Julie war bereit, uns in die Geschichte Frankreichs und der Schlösser einzuführen. Nach der beeindruckenden Kathedrale von Chartres, stehen nun vier Schlösser der Loire auf dem Programm. Wir starten am Montag mit dem königlichen Schloss Blois. Es gehört zu den bedeutendsten Loire-Schlössern Frankreichs und liegt direkt oberhalb der Altstadt von Blois an der Loire. Unsere Schlossführerin Julie Besonders erklärte spannend: Das Schloss zeigt gleich vier verschiedene Baustile aus vier Jahrhunderten – von der Gotik über die Renaissance bis zum Klassizismus. Die Highlights sind der prachtvolle Renaissance-Innenhof mit der berühmten Wendeltreppe von König Franz I., die königlichen Gemächer von Katharina von Medici und Heinrich III. und der Saal der Generalstände – einer der ältesten erhaltenen gotischen Profansäle Frankreichs. Wunderschön ist das Museum der Schönen Künste mit Gemälden und Skulpturen. Im Laufe der Jahrhunderte lebten viele französische Könige und Adelige im Schloss Blois. Das Schloss war zeitweise eine der wichtigsten königlichen Residenzen Frankreichs. Besonders bekannt sind: Ludwig XII. Er wurde in Blois geboren und ließ den prachtvollen spätgotischen Flügel des Schlosses bauen. Sein Emblem war das Stachelschwein, das man dort oft sieht. Anne de Bretagne, die berühmte Herzogin der Bretagne und Ehefrau Ludwigs XII. lebte ebenfalls hier. Sie machte Blois zu einem kulturellen Zentrum. Sie wird uns auf der Reise erneut begegnen. Franz I. : Er ließ den berühmten Renaissance-Flügel mit der offenen Wendeltreppe errichten – eines der bekanntesten Motive des Schlosses. Katharina von Medici: Sie wohnte während der Religionskriege in Blois und soll hier Intrigen gegen politische Gegner geschmiedet haben. Heinrich III. ließ 1588 seinen mächtigen Rivalen Henri de Guise im Schloss ermorden – eines der dramatischsten Ereignisse der französischen Geschichte. Maria de Medici, die Mutter Ludwigs XIII. wurde später zeitweise im Schloss festgesetzt, konnte aber spektakulär entkommen.


Die Fahrt zum nächsten Schloss dauert rund 35 Minuten. Das Schloss Chambord ist das größte und wohl berühmteste Loire-Schloss. Es wurde ab 1519 von Franz I. als gigantisches Jagd- und Prestigeschloss gebaut. Eigentlich sollte es weniger Wohnsitz als Machtsymbol sein. Besonders bekannt ist Chambord für: die monumentale Renaissance-Architektur mit der berühmten doppelläufigen Wendeltreppe, die oft Leonardo da Vinci zugeschrieben wird. Es hat rund 440 Räume, 365 Kamine und über 70 Treppen. Die riesige Parkanlage mit einer Mauer von etwa 32 km Länge ist größer als die Innenstadt von Paris. Historisch wichtig ist, dass Franz I. hier Gäste empfing und seinen Reichtum zeigte. Julie erzählte, dass Ludwig XIV. das Schloss später für große Jagden und Feste nutzte. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Kunstwerke aus dem Louvre – darunter die Mona Lisa – zeitweise in Chambord versteckt. Architektonisch wirkt Chambord fast wie ein Märchenschloss. Über dem Dach stehen unzählige Türme, Schornsteine und Gauben, sodass die Dachlandschaft wie eine kleine Stadt aussieht. Wir besuchen unter fachkundigen Erläuterungen die einzelnen Räume und genießen auf der Dachterrasse den Ausblick auf den neu, im alten Stil angelegten Garten. Zum Tagesabschluss gab es beim Briefing noch ein Geburtstagsständchen und einen Schluck.