Frankreich – Tag 7: Fontainbleau nach Chartres

Fontainebleau liegt etwa 70 km südlich von Paris und ist vor allem für sein prachtvolles Schloss und den großen Wald bekannt. Das Schloss Fontainebleau war über Jahrhunderte Residenz französischer Könige und Kaiser – von Franz I. bis Napoleon. Napoleon verabschiedete sich hier 1814 von seiner Garde, bevor er ins Exil ging. Wegen seiner Bedeutung wird das Schloss oft als „Haus der Jahrhunderte“ bezeichnet. Mit unserer „Schloßparkführerin“ unternahmen wir einen Rundgang im riesigen Park mit den größten Parterren (ebenen Gartenflächen) in Frankreich. Die sind hier größer als in Versailles. Zunächst besichtigten wir einen englischen Garten. Dieser Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen, kleinen Wasserläufen und natürlich wirkender Gestaltung ist viel lockerer als das strenge Parterre. Anschließend gingen wir zum Karpfenteich. Ein großer Wasserbereich am Schloss, ursprünglich für die höfische Freizeit und Fischzucht angelegt. Durch das Schloss kamen wir anschließend auf das Grand Parterre. Dieser große französische Barockgarten zeichnet sich durch geometrische Formen, Wasserbecken und lange Sichtachsen aus. Er wurde von André Le Nôtre, einem berühmten Gartenarchitekten seiner Zeit, gestaltet. Es folgte der Garten der Diana, ein eher intimer Renaissancegarten mit Brunnen und der berühmten Diana-Statue. Der Garten von Fontainebleau ist deshalb interessant, weil dort mehrere Gartenstile nebeneinander existieren. Renaissancegarten, französischer Barockgarten und englischer Landschaftsgarten. In Paris, im Schloss Versailles, findet man einen Garten in einem viel strengeren Barockstil.


Wer Lust hatte, konnte auch noch die Innenräume von dem Schloss besichtigen. Sie sind berühmt, weil dort viele französische Könige und auch später Napoleon Bonaparte wohnten. Man sieht dort die Galerie Franz I., den Thronsaal Napoleons, den Ballsaal, Gemächer der Könige und Kaiser und die Kapelle der Dreifaltigkeit.


Zum Abschluss des Besuches machte unsere Parkführerin noch eine schöne Gruppenaufnahme von der Reisegruppe Frankreich 2026. Und dann ging es weiter durch französische Landschaften nach Chartres.


Chartres liegt etwa 90 km südwestlich von Paris und ist weltweit bekannt für seine beeindruckende Kathedrale. Sie gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der Gotik und gehört zum UNESCO‑Weltkulturerbe. Besonders berühmt sind ihre fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Glasfenster in tiefem „Chartres-Blau“ (ca. 2600 qm) sowie das große Labyrinth im Boden der Kirche. Aufgrund der vielen Figurendarstellungen aus Stein und in den Fenstern nennt man die Kathedrale oft auch eine Bibel aus Stein. Rund 4000 Figuren und Skulpturen sind im Innenbereich rund um den Altar zu sehen. Außen an der Fassade sind es etwa 1500 Steinfiguren. Im Mittelalter war Chartres ein wichtiger Wallfahrtsort, da hier eine Marienreliquie verehrt wurde. Die Altstadt mit Fachwerkhäusern, kleinen Brücken und der Eure vermittelt bis heute viel historischen Charme.


Ein weiteres Highlight ist das Festival „Chartres en Lumière“. Seit 2003 wird jeden Abend die Stadt oft kunstvoll beleuchtet – die „Chartres en Lumières“ machen viele Gebäude zu einer großen Lichtinstallation. Die Fassaden werden mit sogenannten Video-Mappings bespielt. Projektoren passen die Animation exakt an Architekturfiguren und Portale an. Die Themen sind häufig mittelalterliche Farben und Symbolik, die Geschichte der Stadt, religiöse Motive, kosmische oder abstrakte Lichtwelten und moderne Kunstprojektionen. Für Besucher ist dieses Festival komplett kostenlos. Die Stadt finanziert es, unterstützt durch Partner und Tourismusförderung. Chartres beschreibt es als internationale Referenz für Lichtkunst im öffentlichen Raum. Die Kosten werden nicht veröffentlicht, man rechnet jedoch mit einem 7-stelligen Betrag in jedem Jahr. Technisch kommen Hochleistungsprojektoren, Sounddesign und computergestützte Animationen zum Einsatz. Es ist einfach ein tolles, modernes Schauspiel, welches begeistert und viele Touristen anlockt. Es lohnt sich, war die einhellige Meinung, als wir gegen 23 Uhr zurück waren.