Frankreich – Tag 5: Stadtführung Reims & Champagnerverkostung

Heute steht die Stadt Reims auf dem Programm. Sie liegt in Nordostfrankreich in der Region Grand Est, etwa 130 km nordöstlich von Paris. Sie gilt als das Zentrum der Champagne, und viele berühmte Marken wie Veuve Clicquot oder Taittinger kommen von hier. Wir fahren mit dem Bus vom Camp aus in die Innenstadt und treffen unsere Stadtführer bei der Tourist Information. Reims war bereits zur Römerzeit eine wichtige Stadt. Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt stark zerstört, anschließend aber weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut. Das absolute Highlight ist die Kathedrale Notre-Dame de Reims. Sie ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Frankreichs. Der Bau begann 1211, und über Jahrhunderte war sie die Krönungskirche der französischen Könige – insgesamt wurden hier 25 Könige gekrönt, darunter Karl VII. mit Unterstützung von Jeanne d’Arc. Berühmt sind die reich geschmückte Fassade, die vielen Figuren – besonders der „lächelnde Engel“ – sowie die beeindruckenden Glasfenster, die teilweise von Marc Chagall und Imi Knoebel gestaltet wurden. Besonders bemerkenswert sind auch die Graufenster (Grisaille-Fenster). Dabei handelt es sich um überwiegend grau-weiße Glasfenster mit dezenten Mustern und Ornamenten. Sie wurden im Mittelalter bewusst eingesetzt, um mehr Tageslicht in die Kathedrale zu lassen. Die Kathedrale gehört zum UNESCO-Welterbe.


Historisch gesehen hat Reims auch in der Neuzeit eine wichtige Bedeutung. Am 7. Mai 1945 wurde hier im heutigen Musée de la Reddition die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Außerdem fand 1962 in der Kathedrale ein bedeutendes Versöhnungstreffen zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer statt.


Die eigentliche historische Bedeutung von Reims liegt jedoch noch weiter zurück. Reims hieß in der Römerzeit Durocortorum und war die Hauptstadt des gallischen Stammes der Remer (Remi). Die Remer verbündeten sich früh mit Julius Caesar, weshalb die Stadt unter den Römern stark gefördert wurde. Im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. entwickelte sich Durocortorum zu einer der größten Städte Galliens – zeitweise mit weit über 50.000 Einwohnern. Die Römer bauten breite Straßen im Schachbrettmuster, Thermen, ein Forum, Aquädukte und ein großes Amphitheater. Reims lag an wichtigen Handelsstraßen zwischen Italien, Gallien und dem Rhein und wurde zu einem bedeutenden Verwaltungs- und Handelszentrum des Römischen Reiches. Noch heute erinnern Überreste an diese Epoche.


Nach der Freizeit fuhren wir weiter zur Champagnerverkostung in die Kellerei Champagne Mercier in Épernay. Wir spazierten die berühmte Avenue de Champagne entlang, kamen an vielen bekannten Champagnerhäusern vorbei und nahmen an einer Kellereiführung teil. Dabei steigt der Kellermeister allerdings nicht persönlich mit den Gästen in den Keller, sondern man fährt mit einer kleinen Bahn durch die weitläufigen Kellergalerien. Insgesamt umfasst das System rund 18 Kilometer Kellergänge und Lagerräume mit etwa fünf Millionen Flaschen Champagner. Wir erfuhren, wie aufwendig der Herstellungsprozess ist – und bei der anschließenden Verkostung natürlich auch, wie hervorragend Champagner schmecken kann.


Zurück im Camp gab es noch ein Briefing für den nächsten Tag.