Frankreich – Tag 3: Von Colmar nach Nancy

Heute konnte jedes Fahrzeug seinen Tag individuell einteilen. Ziel war, nur um 16:30 Uhr bei der Fahrerbesprechung anwesend zu sein. Wir hatten ca. 150 km zu bewältigen. Zuerst führte uns die Route entlang der elsässischen Weinstraße mit ihren pittoresken Örtchen wie Sigolsheim, Kayserberg und Riquewihr. Auf den ersten Blick möchte man Riquewihr mit der Rüdesheimer Drosselgasse vergleichen. Aber hier ist es nicht nur eine Gasse, sondern ein ganzer Ort, der von Touristen bevölkert wird. Ein Hotspot. Besonders im Sommer und zur Weihnachtszeit besuchen bis zu 1 Million Gäste die kleine Stadt, in der rund 1000 Einwohner zu Hause sind. Wir waren heute früh und somit gab es keine Parkprobleme. Das Örtchen ist halt einfach hübsch. Wir kommen das erste Mal mit Weinbergen in Berührung. Durch die Elsässer Weinstraße ging es über den Col Haut-Ribauville, eine kurvenreiche Straße bis auf ca. 800 m, und anschließend nach Nancy. Wir umfuhren Orte wie Lunéville, Baccarat und St. Nicolas, bekannt durch seine spätgotische Basilika im Flamboyantstil.


Am Campingplatz angekommen, ging es gleich zum Fahrbriefing. Heute im Stehen unter einem Vordach, denn … es regnet. Aber was machen richtige Camper bei Regen? Sie ignorieren ihn. So fuhren wir mit dem Linienbus in die Innenstadt der Universitätsstadt Nancy. Gelegen im Nordosten Frankreichs, in der Region Grand Est, Département Meurthe-et-Moselle, hat Nancy ca. 105.000 Einwohner. Nancy und Metz sind die zwei Metropolen in Lothringen. Nancy war die ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Lothringen. Gegründet ca. im 11. Jahrhundert, baute im 18. Jahrhundert Stanislas Leszczyński, polnischer König und Schwiegervater von Ludwig XV. Nancy aus – es war eine blühende Epoche. 1766 fiel Lothringen nach Stanislas’ Tod endgültig an Frankreich. Nancys wunderschönen Stanislaw-Platz mit seinen Barock- und Jugendstilbauten und den Place Carrière schauten wir uns heute im strömenden Regen an. Der Platz gilt als einer der schönsten barocken Plätze Europas. Das Ensemble steht heute unter Weltkulturerbe. Der Pole Stanislas hat im 18. Jahrhundert die Tochter von Ludwig XV. geheiratet und erhielt von Schwiegervater Ludwig Lothringen, dessen König er bis zum Tod Ludwigs XV. blieb. In dieser Zeit gestaltete er Nancy mit seinem Architekten Heré um. Zu Ehren Ludwigs ließ Stanislas ein Prunktor (Arc Here) errichten, das an die Triumph-Tore der siegreichen römischen Kaiser erinnert. Man durchquert es von der Place Stanislas zur Place de la Carrière oder umgekehrt. Beide Seiten sind sehenswert. Mit dem Linienbus ging es wieder zurück zum Campingplatz. Und hier fiel, wie erwartet, kein Regen mehr. Ein spannender Tag mit interessanten Erlebnissen ging in Ruhe zu Ende.