Frankreich – Tag 27: Beaune Stadtbesichtigung-Abschiedsessen

Letzter Tag unserer Frankreich-Reise. Etwas später als gestern machten wir uns auf Beaune, das letzte Ziel der Tour, zu entdecken. Beaune ist eine wunderschöne, historische Stadt im Herzen des Burgund (Bourgogne), etwa 45 km südlich von Dijon. Sie ist weltberühmt als Weinhauptstadt Burgunds und bekannt für ihre mittelalterliche Architektur, Spitäler, Weinkeller und Weinauktionen. Erste Spuren einer Siedlung stammen aus gallo-römischer Zeit. Im Mittelalter war Beaune ab dem 12. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Herzöge von Burgund und stark befestigt. Ab dem 14. Jahrhundert blühte die Stadt als Handels- und Weinstadt auf. Im 15. Jahrhundert wurde Beaune mit dem Bau des Hôtel-Dieu (Hospiz) zu einem sozialen und architektonischen Vorbild. Heute ist Beaune Sitz vieler berühmter Weinhäuser und Zentrum des Burgunder-Weintourismus.


Das erste Ziel unserer Tagestour war das Hôtel-Dieu. Schnell begrüßten uns die deutschsprachigen Führerinnen und wir betraten den Innenhof, und dann ging es auch schon los mit Erläuterungen rund um das Hospiz. Gegründet wurde das Hôtel-Dieu (wörtlich übersetzt: Hotel Gottes) 1443 als Armenhospital von Nicolas Rolin, Kanzler des Herzogs von Burgund, und seiner Frau Guigone de Salins. Besonders beeindruckend war der Saal der Armen mit seinen mittelalterlichen Apotheken, die aus allerlei seltsamen Werkstoffen und Pflanzen Heilmittel für vieles herstellten. Ebenso beeindruckend war der berühmte Altar des Jüngsten Gerichts von Rogier van der Weyden. Bekannt ist das Gebäude auch für sein buntes Ziegeldach im flämischen Stil (polychrome, glasierte Dachziegel). Heute ist das Hôtel-Dieu ein Muss auf der Besuchsliste von Beaune mit seinem Museum. Beaune ist ein Mal im Jahr ein berühmter Ort für Weinversteigerungen. Dort werden Grand-Cru-Weine im 228-l-Fass für bis zu 400.000 € für Bedürftige versteigert.


Anschließend ging es in die Moutarderie Fallot. Gegründet wurde die Senf- und Ölmühle 1840 von Léon Bouley. Seit 1928 befindet sie sich im Besitz der Familie Fallot und wird heute von Marc Désarménien, dem Enkel von Edmond Fallot, geleitet. Die Moutarderie Fallot ist die letzte unabhängige, familiengeführte Senfmühle in Burgund und produziert etwa 2 % des französischen Senfs. Immerhin 2500 Tonnen pro Jahr. Man legt großen Wert auf traditionelle Herstellungsverfahren. Die Senfkörner werden kalt und nass mit Mühlsteinen vermahlen, um die ätherischen Öle zu bewahren. Verwendet werden hauptsächlich braune Senfsamen sowie ausgewählte Gewürze und aromatische Naturprodukte wie Aceto Balsamico aus Modena, grüner Pfeffer aus Madagaskar oder Crème de Cassis aus Dijon. Die Produkte tragen die geschützte geografische Angabe (IGP) „Moutarde de Bourgogne“, was bedeutet, dass sowohl die Senfsamen als auch der verwendete Weißwein aus Burgund stammen. Ein moderner, sensorischer Rundgang, der die Sinne ansprach und die verschiedenen Phasen der Senfherstellung erlebbar machte, schloss dann mit einer Verkostung von allen möglichen Sorten Senf ab.


Damit endete der Rundgang und viele schauten sich weiter in dieser schönen Stadt, um oder gingen zurück zum Campingplatz, um sich zu sonnen, auszuruhen oder einfach zu entspannen. Das Candle-Light-Dinner am Abend warf seine „positiven“ Schatten voraus. Pünktlich um 19:00 Uhr waren alle nach einem kleinen Spaziergang (der Campingplatz in Beaune liegt sehr nah am Zentrum der Stadt) beim Patriarchen angekommen. Aufgrund der hohen Temperatur und einer Knieverletzung wurde ein Taxi organisiert, das einige Mitreisende zum Veranstaltungsort brachte. Maison Patriarche Père & Fils in Beaune ist eines der ältesten und bedeutendsten Weinhäuser Burgunds mit einer faszinierenden Geschichte und beeindruckenden Weinkellern. Die Ursprünge der Maison Patriarche reichen bis ins Jahr 1780 zurück, als Jean-Baptiste Patriarche das Weinhaus in Beaune gründete. Im Jahr 1796 erwarb er das ehemalige Visitandinenkloster, dessen unterirdische Gewölbe ideale Bedingungen für die Weinlagerung boten. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte André Boisseaux das Weinhaus durch den Zukauf von etwa 35 benachbarten Kellern, wodurch das größte unterirdische Weinkellerlabyrinth Burgunds entstand. Dieses erläuterte uns eine Dänin, die seit vielen Jahren als Sommelière im Patriarchen arbeitet. Sie ließ uns anschließend hochwertige Weine probieren (weiß und rot) und erklärte uns den Anbau und beschrieb die einzelnen Weine. Das Ganze, wie auch das anschließende Candle-light-Dinner, fand in den Kellern des Weinhauses statt. Die Weinkeller der Maison Patriarche erstrecken sich über beeindruckende 5 Kilometer unter der Stadt Beaune und beherbergen rund 2 Millionen Flaschen Burgunderweine. Ein unterirdisches Labyrinth. Einige dieser Keller stammen aus dem 13. Jahrhundert und bieten eine einzigartige Atmosphäre für Weinliebhaber. So auch für uns bei dem leckeren Menü mit den passenden Weinen.



Dann war es an der Zeit, Abschied zu nehmen. Alle Reiseteilnehmer trafen sich nach dem Candle-Light-Dinner am Eingang des Campingplatzes, um sich voneinander zu verabschieden. Es wurde sich geherzt, sich gedrückt, Küsschen gegeben und ein hoffentliches Wiedersehen gewünscht. Vier Wochen sind eine lange Zeit, Zeit genug, um auch die eine oder andere Freundschaft zu schließen, die vielleicht auch gepflegt wird.



Resümee: Eine Tour geht zu Ende. 36 TeilnehmerInnen waren rund 4000 km durch Frankreich unterwegs. Es gab viel Kultur und Landschaft zu sehen und zu erleben, vielleicht sogar manchmal zu viel.

Jeder nimmt von dieser Reise individuelle Eindrücke mit nach Hause, nicht nur in ideeller, sondern auch in materieller Form, sei es ein Stück Käse, Wein, Champagner, Cognac, Senf oder ein sonstiges Erinnerungsstück. Bis auf einen Sturz, als Petra durch ein großes Loch im Trottoir (wir sind ja in Frankreich) sich das Knie lädierte, sind alle gesund und munter am Endziel angekommen. Ich möchte mich herzlich für den respektvollen, fairen und stets freundlichen Umgang in der Gruppe und das tolle Abschiedsgeschenk bedanken. Eure gute Stimmung und Rücksichtnahme haben diese Reise nicht nur besonders angenehm, sondern auch zu einem Erlebnis für mich gemacht. Vielen Dank auch im Namen von KUGA Tours. In diesem Sinne, au revoir und bis bald bei KUGA-Tours. Allen eine gute und sichere Heim- oder Weiterreise.