Unser letzter Fahrtag dieser Reise führt uns nach Granada. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir zunächst durch landwirtschaftlich genutzte Gegenden. Mit uns sind heute viele andere Fahrzeuge unterwegs. Es ist der 1. Mai, der ein verlängertes Wochenende einläutet. Das führt auch viele Spanier auf die Straßen zu ihren Verwandten, zum Kurzurlaub oder einfach zum Wandern an die frische Luft. Nach Campillos erreichen wir Sierra de Yeguas, seit 1980 ein Zentrum für den Anbau grünen Spargels. Der Feiertag sorgt jedoch dafür, dass die Geschäfte geschlossen sind. Wir erreichen die Lagune Fuente de Piedra. Dieser Salzsee ist mit 1.400 ha der größte Andalusiens. Ende März bis Anfang April ist hier ein Brutplatz für rosa Flamingos in der größten Flamingokolonie der gesamten iberischen Halbinsel. Auch hier führen vielleicht klimatische Veränderungen dazu, dass nur noch wenige Flamingos zu sehen sind. Zwei aus unserer Gruppe nutzen die Gelegenheit, zum Cominito del Rey zu fahren. Dieser Wanderweg in einer Schlucht galt einst als einer der gefährlichsten der Welt. Heute ist es das einzigartige Erlebnis, auf Stegen zu wandern, die in über 100 Meter hohe Schluchten gebaut sind. Die Aussichten sind unvergesslich. In der Nähe von Antequera gibt es Dolmenhügelgräber, die wegen ihrer megalithischen Architektur zum UNESCO-Welterbe gehören. Leider ist der Besuch wegen des Feiertages nicht möglich. Doch der Abstecher zum Naturschutzgebiet El Torcal lohnt sich. Die in Millionen von Jahren geformten Karstformationen zählen zu den beeindruckendsten Landschaften Spaniens. Hohe Säulen aus Steinplatten unterschiedlicher Größe sehen aus, als wären sie künstlich aufeinander gestapelt worden. Am Fuße der Sierra Nevada erreichen wir unseren Campingplatz, der in der Nähe der Canales-Talsperre liegt. Nachdem sich alle auf ihrem Platz eingerichtet haben, wird das Restaurant getestet oder in der Sonne relaxt. Von der Reiseleitung wird schon mal ein Teil des Equipments eingesammelt. Morgen benötigen wir nur noch die Audioguides für die Stadtführung und die Besichtigung der Alhambra. Am Abend werden noch Reste vernichtet. Wer will schon Getränke wieder mit nach Hause nehmen.


















