Der Tag beginnt wieder mit Sonnenschein, um die Kühle der Nacht zu vertreiben. Da die Besichtigung des größten Renaissancebaus der Welt und seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe erst mittags startet, wird der Vormittag ruhig begangen. Alle freuen sich, mal einen freundlichen Morgen ohne Zeitdruck zu genießen. Nach einer kurzen Busfahrt treffen wir unsere Guide gegen 12 Uhr und spazieren zur Schloss- und Klosteranlage aus dem 16. Jhd. Der erste Eindruck wird von der gewaltigen Größe der Anlage bestimmt, die nur vom Vatikanpalast übertroffen wird. Der zweite Eindruck von der Fassade aus Granit erzeugt jedoch in ihrer Schlichtheit eher das Gefühl, vor einem Gebäude zu stehen, das der Verwaltung staatlicher Angelegenheiten dient. Auch die Überprüfung beim Eintritt vermittelt ein ähnliches Gefühl. Die Bibliothek mit ihren Fresken, die Wissenschaften von der Philosophie bis zur Theologie darstellen, ändert vehement den ursprünglichen Eindruck, den der Bauherr, Philipp II., mit seiner Vorliebe für einen asketischen Lebensstil mit der äußeren nüchternen Gestaltung erreicht. Neben ca. 40.000 wertvolle Schriften, die alle mit dem Rücken nach hinten in den Regalen stehen, sieht man auch einige Ausstellungsstücke, die den Wissensstand der damaligen Zeit dokumentieren. In der Kirche kann ein 30 m hoher Altar aus rotem Marmor und Jaspis bewundert werden. Neben 40 weiteren Altären ist auch die 90 m hohe Kuppel beeindruckend. Im Pantheon erfährt man, welche Zweige der herrschenden europäischen Dynastien und wer davon die Geschicke Spaniens eine gewisse Zeit steuerte. Interessant sind auch die Privaträume von Philipp II. mit Utensilien aus dem Alltag des Königs. Zurück im Camp genießen alle den warmen Frühlingsnachmittag und Abend. Es wird gegrillt und gemeinsam geplaudert.


























