Der letzte Tag unserer Reise, und das Wetter ist wieder so, wie es bestellt wurde: Gut. Noch einmal holt uns der Bus ab, noch einmal kommt eine Fremdenführerin dazu, und die Stadtbesichtigung startet. Der erste Weg führt uns nach Oliwa. Hier befindet sich in der Kathedrale die größte Orgel Polens mit rund 8.000 Pfeifen und beweglichen Figuren. Ein kleines Orgelkonzert erleben wir hier, bei dem wir den wunderbaren Klang bewundern können.
Da die Westerplatte eine einzige große Baustelle ist, schauen wir von dem gegenüberliegenden Ufer auf das große Denkmal. Durch unsere Fremdenführerin erhalten wir noch weitere Informationen zu dem 01.09.1939, als das Linienschiff Schleswig-Holstein die polnischen Stellungen auf der Westerplatte beschoss, was gemeinhin als Beginn des Zweiten Weltkriegs gilt. Auf dem weiteren Weg Richtung Altstadt fahren wir an der Lenin-Werft vorbei, in der der spätere Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa gearbeitet hat. Die Polen sprechen noch heute liebevoll über ihn als „…unser Elektriker“. Im August 1980 streikten 17.000 Werftarbeiter 17 Tage lang und erzwangen so die Gründung der ersten freien Gewerkschaft in einem sozialistischen Land. Wir steigen am Mahnmal für die bei den Streiks erschossenen Arbeiter aus und sehen uns die Gedenkstätte etwas genauer an.
Auf unserem Rundgang durch die Altstadt gehen wir zur Marienkirche, der größten Backsteinkirche der Welt, mit ihrer astronomischen Uhr aus dem 15. Jahrhundert. Wir sehen das grüne Tor, den Neptunbrunnen, das Krantor und den Hafen. Wir sind sehr beeindruckt davon, wie schön die Altstadt wieder aufgebaut wurde, denn immerhin wurden rund 90% der Gebäude während des 2. Weltkriegs zerstört.
Nach dem schönen Rundgang verabschieden wir unsere Fremdenführerin und gehen in das nahegelegene Restaurant, in dem wir unser Mittagessen zu uns nehmen. Es ist nicht irgendein Essen, sondern unser Abschiedsessen, denn die schöne Reise durch das Baltikum endet heute. Ein letztes Mal genießen wir zusammen ein herrliches Menü in wundervollem Ambiente.
Nach dem Essen verbringen wir noch etwas Freizeit in der Altstadt von Danzig, dann fahren wir zurück zu unserem Campingplatz, denn wir wollen uns alle noch in gewohnt gemütlicher Runde voneinander verabschieden. Monika hat schon vor 2 Tagen die Heimreise angetreten, Petra, Reimar, Birgit und Reinhard wollen sich heute schon auf den Rückweg begeben. Wir wünschen eine gute Fahrt. Alle anderen sitzen noch bei Bier, Wein und Wodka zusammen und die Reiseleiter lassen die Tour in einem kurzen Rückblick nochmals an uns allen vorbeiziehen. Wir sitzen noch lange beieinander, es wird geredet, gelacht und sich verabredet. Es war eine schöne Zeit zusammen.


















































