Wetter und Stimmung sind bestens, was will man mehr? Wir verlassen heute nicht nur unseren Campingplatz in Ventspils, sondern auch Lettland. Ein längerer Fahrtag, rund 300 km, ist heute zu absolvieren, und so müssen wir unsere Besichtigungen schon etwas einplanen. Auf dem Weg nach Kleipeda erreichen wir Kuldiga und Aizpute, in denen wir noch eine Anzahl alter Holzhäuser sehen, die die Zeiten der russischen Besatzung und der damit einhergehenden sozialistischen Bauwut überdauert haben. In Liepaja kann, wer will, zu jeder vollen Stunde an einer Führung teilnehmen, die zeigt, wie es war, in den Zeiten des Sozialismus im Gefängnis seine Zeit verbringen zu müssen. Einen Abstecher wert ist auch Bernati, der westlichste Punkt Lettlands. Kurz hinter dem Koordinaten-Stein, am Fuße der Düne, steht etwas, das man hier eigentlich am wenigsten erwartet hätte: ein Kaffee-Automat. Und der Kaffee schmeckt sogar. Dann bringen wir die Grenzformalitäten hinter uns, d. h., wir fahren auf einer Straße und sehen irgendwann, dass wir in Litauen sind. Bevor wir schließlich Kleipeda erreichen, fahren wir noch an dem Ort Palanga vorbei. Das dortige Bernsteinmuseum im Schloss des Grafen Feliks Tyszkiewicz ist wirklich einen Besuch wert.
Dann sind wir schon in Kleipeda. Wer will, schaut sich noch etwas die Stadt an, dann fahren wir auf die Fähre, die uns zur Kurischen Nehrung übersetzt. Trotz der relativ hohen Kosten für die kurze Übersetzung und der hohen Umweltabgaben für Besucher ist der Aufenthalt hier sehr beliebt. Durch Juodkrante mit seiner Skulpturenpromenade, vorbei am Hexenberg, erreichen wir unseren Campingplatz neben Nida. Der Platz ist wirklich sehr gut besucht. Trotz unserer Buchung stehen wir hier sehr eng beieinander, wobei die Wahrnehmung sich im Laufe des Abends wandelt: Wir sitzen gemütlich beisammen, und nach einiger Zeit wird aus: „… verdammt eng beieinander!“ ganz einfach „… richtig kuschelig!“




























