Baltikum – Tag 15: Tallinn – Läänemaa

Gestern haben wir noch Tallinn besichtigt, heute geht es wieder weiter. Nur 200 km sind heute zu fahren, aber es gibt viel anzuschauen. Schon kurz nach Abfahrt erreichen wir das Freilichtmuseum „Rocca Al Mara“, gelegen hinter dem gleichnamigen Einkaufszentrum in Haabersti, einem Stadtteil von Tallinn. Sehr anschaulich werden hier das Leben und das Arbeiten während der letzten Jahrhunderte gezeigt. Einen Besuch ist es auf jeden Fall wert. Wir fahren weiter und erreichen Keila. Eine schöne kleine Schlossanlage und ein kleiner Wasserfall warten hier darauf, besichtigt zu werden. In Madise befindet sich eine Kirche, deren Turm gleichzeitig als Leuchtturm dient. Dann lohnt sich das Kloster Padise für einen Zwischenstopp. Es wurde 1305 von Zisterziensermönchen errichtet, während des Bauernaufstandes von 1343 niedergebrannt und 1448 fertiggestellt. Heute sind, bedingt durch weitere Brände und Kriege, nur noch Ruinen erhalten. Danach können sich Interessierte noch das Ants-Laikmaa-Haus, benannt nach dem gleichnamigen estnischen Maler, ansehen, da es direkt an unserer weiteren Strecke nach Haapsalu liegt.


Haapsalu ist einer der bekanntesten Kurorte Estlands. Heilschlamm, Meerwasser und frische Seeluft, dafür stand und steht der Ort. Peter Tschaikowski und die Zarenfamilie waren hier zur Kur. Die Eisenbahnlinie von Tallinn nach Haapsalu wurde 1905 auf Betreiben von Zar Nikolaus II. gebaut. Der Bahnhof hatte zur Zeit seiner Erbauung mit 214 Metern den längsten überdachten Bahnsteig Europas. Heute ist die Strecke abgebaut und der Bahnhof ein Baudenkmal und Museum. Aber eine Fahrt mit der Bimmelbahn vom Bahnhof aus durch Haapsalu ist heute möglich. Eine nette Art und Weise, diese sehenswerte Stadt kennenzulernen.


Zwischen Haapsalu und unserem neuen Campingplatz lädt noch das Gutsherrenhaus in Lihula zu einem Rundgang ein, dann sind wir auch schon auf unserem heutigen Camp im Wald eingetroffen. Eine Besprechungsrunde folgt noch, dann gehen wir zum gemütlichen Teil über.