Quer durch die Türkei – Tag 9: Stadtbesichtung Konya

Der gestrige Ruhetag hat allen gutgetan. So starten wir am Morgen mit Sonnenschein am Himmel und im Herzen mit einem Bus, um Konya, die Stadt der Mevlevi-Tariqa, kennenzulernen. Unser erstes Ziel ist das Mausoleum des Gründers des Ordens, Dschalal ad-Din ar-Rumi, welches seit 1927 mit der Säkularisierung durch Atatürk zum Mevlana-Museum wurde. In dem Museum erfahren wir von unserem Guide und anhand der Ausstellung viel über diesen Orden des Islam, der in der ganzen Welt verbreitet ist. Nach einer kurzen Teepause auf dem Alaaddin-Hügel, einer aufgeschütteten Erhebung inmitten Konyas, um die Bauten der Sultane der Rum-Seldschuken-Dynastien aus der Umgebung hervorzuheben, besichtigen wir dort den letzten erhaltenen Rest der Mauern des alten Palastes und das größte noch erhaltene Bauwerk, die Alaaddin-Moschee, die zu Zeiten des mächtigen Seldschuken-Sultans Alaaddin Keykubat (regierte 1219 bis 1236 n. Chr.) fertiggestellt wurde. Bestaunt wird die prächtige Mihrab, die Gebetsnische in Richtung Mekka, die aus wundervoll gefertigten, türkisfarbenen Kacheln aus seldschukischer Zeit besteht. Dann bekommt wieder mal der Hunger die Oberhand und wir besuchen ein traditionelles Restaurant, in dem jeder sein Wunschgericht findet. Renner ist das im Ofen gebackene Lammfleisch. Nach dem Essen bringt uns der Bus zum Sille Subasi. Sille war eines der wenigen Dörfer, in denen bis 1922 kappadokisch-griechisch gesprochen wurde. Es war von Griechen bewohnt, die dort seit über 800 Jahren in friedlichem Zusammenleben mit den nahe gelegenen Türken von Konya lebten. Das währte über acht Jahrhunderte, weshalb es den Dorfbewohnern gelang, sowohl ihre griechische Muttersprache als auch ihre orthodoxe christliche Religion zu bewahren. Etwas, was in der heutigen Zeit leider immer seltener wird. Wir wandern durch das Dorf und nutzen eines der vielen Restaurants für eine Tee- oder Kaffeepause. Der Bus bringt uns anschließend zurück zum CP und wir haben Glück, dass wir in Konya noch nicht in der Rush-Hour landen. So haben alle Zeit, etwas zu relaxen und sich auf den absoluten Höhepunkt des Tages vorzubereiten. Wir besuchen eine Sufi-Zeremonie der Derwische. Die Eindrücke von dieser Zeremonie sind unbeschreiblich. Bei der Heimfahrt sind sich alle einig, dass dieser Tag ein weiterer unvergesslicher Bestandteil der Reise sein wird.