Wir fahren heute ins Länderdreieck Türkei – Armenien – Georgien. Dahin geht es weiter über das Armenische Hochland in den Nordosten Anatoliens. Wir fahren auf ausgezeichneten Straßen auf über 2.000 m Höhe durch traumhafte Landschaften. Die Bergansichten wechseln laufend ihre Farbe und Struktur. Wir kommen an Lavafeldern und tiefen Schluchten vorbei, die einen surrealen Eindruck hinterlassen. Und wir bewegen uns in einer Gegend, die militärisch als NATO-Außengrenze stärker überwacht wird und wir deshalb häufig, aber ausgesprochen freundlich überprüft werden. Unser Zwischenziel ist die ehemalige Hauptstadt des Armenischen Reiches. Diese seit mehreren Jahrhunderten verlassene Stadt liegt an der Grenze zu Armenien an einer tiefen Schlucht, die der Achurjan in das 1.338 m hohe Plateau geschnitten hat. Das an der nördlichen Seidenstraße gelegene Ani galt früher als die „Stadt der 1001 Kirchen“. Wir fahren mit einem kleinen Elektrowagen durch die im 10. Jh. entstandene Stadt und staunen über die mächtigen Ruinen, insbesondere über die Kathedrale von Ani. Nach einem Abstecher in das Käsemuseum von Kars erreichen wir unseren heutigen Stellplatz vor einem Hotel mit Blick auf die Altstadt. Als Schnittpunkt armenischer, georgischer, griechischer, russischer und türkischer Kultur vereint Kars eine Vielzahl von Architekturstilen. Kars ist in der Türkei jedoch auch bekannt für seinen Käse. Insbesondere dem sogenannten Kars-Kaşar. Nach der Beratung unseres morgigen Fahrtages gehen wir zu Kars Kaz Evi. Uns wird ein reichhaltiges Menü mit dem Höhepunkt einer gebratenen Gänsekeule serviert. Beeindruckend jedoch sind die Darbietungen einer kaukasischen Folkloregruppe mit dem traditionellen Lesginka. In traditionellen Trachten gekleidet, die Männer mit einem Dolch an der Seite und die Frauen in langer, geschmückter Kleidung, wurden uns Tänze in einem Tempo und auf Zehenspitzen vorgeführt, dass es uns den Atem verschlug. Nach dieser atemberaubenden Darbietung raubte uns auch der „Aufstieg“ zu unseren Wohnmobilen nochmals den Atem. Immerhin bewegen wir uns in dünner Luft auf über 1.700 m.
































