Quer durch die Türkei – Tag 18: Besichtigung Nemrut Dagi

Der Tausch der beiden Tage am Nemruth Dagi war genau richtig. Heute haben wir strahlenden Sonnenschein und die Hoffnung, auf 2100 m Höhe einen wundervollen Sonnenuntergang zu erleben, steigert die Stimmung erheblich. Zuerst holen wir aber nach, was wir gestern Abend nicht mehr geschafft haben. Wir fahren zur Brücke über den Cendere, die die Legio XVI Flavia Firma auf kaiserlichen Befehl gegen Ende des 2. Jahrhunderts errichtete, um für die militärischen Operationen gegen die Parther die entsprechenden Marsch- und Nachschubwege zu sichern. 1998 wurde die Brücke renoviert und für Fahrzeuge bis 5 Tonnen zugelassen. Dami hat die Brücke mehr als 1800 Jahre ihre Funktion erfüllt und das mit einer der größten Bogenöffnungen unter allen erhaltenen Römerbrücken. Der nächste Stopp am Yeni Kaale (Neue Burg) gab uns schon mal einen kleinen Ausblick auf die bergsteigerischen Fähigkeiten, die uns heute noch abverlangt werden. Auf steilen Treppen geht es zur Burg hinauf, die an einem Felsen „klebt“. Von oben hat man einen tollen Blick auf die Umgebung des Nemrut Dagi. Nach dieser ersten Übung brauchen wir etwas Erholung. In einem kleinen Café probieren alle einen Pistazien-Kaffee. Dann beginnt unser Aufstieg auf eine der höchsten Erhebungen des nördlichen Mesopotamiens mit der Fahrt zum Zentrum des Nationalparkes. Nach einer kurzen Pause bringt uns unser Bus noch bis an den Weg, den wir selbst ersteigen müssen, um diese monumentale Kombination aus Heiligtum und Grabstätte besichtigen zu können. Sie wurde von dem späthellenistischen König Antiochos I. Theos (69–36 v. Chr.) von Kommagene errichtet. Langsam, mit einigen Pausen auf vorhandenen Sitzgelegenheiten, erklimmen wir die 2100 m hohen Aussichtsplattformen. Das Heiligtum sollte Zentrum einer neuen Religion sein, die persische und griechische Mythologie vereinte und Antiochos I. zum Gott erhob. Wir bewundern die großen Götterstatuen, die König Antiochos in Gesellschaft von griechisch-persischen Göttern darstellen. Dann warten wir auf den Sonnenuntergang, den wir mit einem Sundowner verabschieden. Nach dem Abstieg zum Busparkplatz, der uns deutlich leichter als der Aufstieg fällt, fahren wir zurück zum Camp. Dort gibt es noch ein „kräftewiederaufbauendes“ Abendessen und dann fallen alle ins Bett.