Ostseeumrundung II – Tag 28: Tallinn – Saaremaa

In der Nacht regnete es erneut kräftig. Doch pünktlich zur Abfahrt zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite: morgens klarte es auf, und bei Sonnenschein starten wir unsere nächste Etappe – auf in Richtung Saaremaa, der größten Insel Estlands.


Unser Weg führt uns zunächst zum Kaila Schloss, einem historischen Anwesen mit herrschaftlichem Charakter und weitläufigem Park.


Am Wasserfall von Keila-Joa erleben wir ein eindrucksvolles Naturdenkmal inmitten eines schönen Parks.

Weiter geht es zur Madise Kirche, die etwas ganz Besonderes birgt: ein Leuchtfeuer im Kirchturm – ungewöhnlich für ein Gotteshaus, aber symbolisch für die enge Verbindung zwischen Glaube und Seefahrt in dieser Region.


Ein weiteres Highlight ist der Besuch des ehemaligen Zisterzienserklosters Padise (auch „Kloster Paradies“ genannt), das heute eine imposante Ruine mit spannender Geschichte ist.


In Haapsalu, einem traditionsreichen Kurort, legen wir einen Einkaufsstopp ein. Die charmante Stadt, einst Erholungsziel der russischen Zarenfamilie, lädt mit Cafés, kleinen Läden und ihrer Promenade zum Bummeln ein. Auch der ehemalige Bahnhof, bekannt für seine besonders lange, überdachte Plattform, steht auf unserem Programm. Leider war er aufgrund einer Veranstaltung geschlossen, doch wir konnten trotzdem einen kurzen Halt einlegen und einige schöne Fotos von außen machen.


Unser Campingplatz liegt vor der Insel Saaremaa in einem Naturschutzgebiet – ein ganz besonderer Ort. Wir sind die einzigen Gäste und inspizieren neugierig das Gelände. Außenduschen mit Warmwasser und traditionelle Plumpsklos fallen uns sofort ins Auge.


Wer mag, darf das rustikale Erlebnis gerne testen – es gibt aber auch sehr moderne Innenduschen und Toiletten, die bei den meisten auf deutlich mehr Begeisterung stoßen.


Am Nachmittag beginnt es zu regnen, doch am Abend nutzen wir die Regenpause: Gemeinsam entzünden wir ein Lagerfeuer und sitzen gemütlich beisammen. Besonders Hans‘ Feuertechnik beeindruckt – mit Geschick und Gespür bringt er das Feuer genau auf die richtige Temperatur und sorgt damit für Wärme und Stimmung zum Tagesausklang.


Doch das Wetter bleibt unbeständig: Später am Abend setzt erneut starker Regen ein, begleitet von heftigem Gewitter. So ziehen wir uns schließlich in unsere Wohnmobile zurück – trocken, sicher und mit den Eindrücken eines abwechslungsreichen Tages im Gepäck.