Masuren II – Tag 2: Vom Spreewald nach Posen

Nach einer ruhigen Nacht starten wir heute in Richtung Polen, unserem Nachbarland im Osten. Polen, für viele ein fast unbekanntes Land mit einer turbulenten Geschichte. 966 n. Chr. gegründet, war es dann um 1386 als polnisch-litauische Adelsrepublik einer der größten Staaten in Europa und hatte die Blütezeit im 16. Jahrhundert. Ende 1700 wird das Land unter Russland, Preußen und Österreich aufgeteilt und verschwindet für 123 Jahre von der Landkarte. Erst nach dem 1. Weltkrieg wird Polen wieder unabhängig und die Menschen durchleben die Wirren des 2. Weltkriegs. Ab 1989 gibt es ein freies Polen, welches seit 1999 in der NATO und seit 2004 in der EU ist. Die erste Station unserer Reise ist eine Tankstelle, die auch als Geldwechsel- und als E-Toll Einrichtungsstation dient. E-Toll, das polnische Mautsystem, klingt einfach, kann auch einfach sein, aber manchmal ist es doch nicht einfach. Für das System ist zwingend ein Mobiltelefon notwendig. Während sich das eine oder andere ganz einfach von den freundlichen Helferinnen an der E-Toll-Station final einrichten lässt, gibt es auch hin und wieder Probleme. Zum Glück hatten wir den Joachim dabei, der Polnisch als Muttersprache beherrscht und übersetzt hat. Eine echte Teamleistung, sodass alle nun über E-Toll abrechnen können.


Mit dem E-Toll-Ticket auf dem Smartphone ging es dann zur Christus-Statue in Swiebodzin. Von 2006 bis 2010 wurde an der rund 1 Million teuren Statue gebaut, die aus glasfaserverstärktem, Polyester und Beton besteht. Das Gewicht ist rund 440 t. Die Höhe der Statue von 33 m symbolisiert die 33 Lebensjahre von Jesu. Zur Bauzeit war sie die weltweit höchste Christus-Statue. Sie steht auf einem künstlichen Hügel von 16 m und ist insgesamt 36 m hoch. Die Krone auf dem Haupt der Statue ist 3 m hoch und vergoldet. Zwischenzeitlich gibt es noch eine Statue in Bolivien mit gesamt 34,5 m und eine im Süden Brasiliens mit 37,5 m. Das „Rennen“ um die höchste Statue ist voll im Gange.


Die Fahrerbesprechung zum Abschluss des Tages hatte nur einen Punkt: Morgen geht es um 9:00 Uhr nach Posen zur Stadtbesichtigung. Einige machten noch einen Spaziergang zum unweit des Campingplatzes gelegenen Sportzentrum und genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang. Am Samstag werden dort die regionalen Meisterschaften mit dem Kajak ausgetragen.