Provence – Tag 7: Busausflug nach Monte Carlo

Auf dem Weg nach Monte-Carlo erklärt uns unsere heutige Führerin Marie-Pierre einiges über die Entwicklung des hiesigen Landesabschnitts: in Vorzeiten wurde ein Dorf auf einem Hügel mit entsprechender Befestigung gebaut, erst später kamen die Dörfer am Fuß des Hügels dazu, um sich um die Landwirtschaft zu kümmern und erst am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Küstendörfer erschaffen, die Erfindung des Dynamits durch Alfred Nobel machte es erst möglich eine Küstenstraße zu erbauen. Die Grimaldis waren ab dem 13. Jahrhundert eine mächtige Familie in Genua und gehörten den Ghibelinen an, was man auch am Schlossbau erkennen kann. Ob Legende oder wahr, Franceso Francois Grmaldi soll sich als Mönch verkleidet den 1. Rang durch Tötung aller, die sich ihm in den Weg gestellt hatten, in Monte-Carlos Kloster eingedrungen sein und seinen Herrschaftsanspruch durchgesetzt haben. Das damalige Reich Monacos war noch wesentlich größer als heute und reichte bis an die heutige italienische Grenze. Mitte des 19. Jahrhunderts fielen dann zwei Städte u. a. Menton wegen ungerechter Steuerpolitik weg und gerade Menton war wirtschaftlich außerordentlich wichtig. Um die Kassen anderweitig zu füllen, ließ Carlo III. Das erste Casino bauen, da weder Frankreich noch Italien eine Lizenz dafür erhielten; ein kluger Schachzug, denn es spülte später viel Geld ein, etwa 50 % der Einnahmen, was zwar heute nicht mehr so ist, vielmehr ist die Baubranche an diese Stelle getreten. Die Monegassen sind erfinderisch beim Schaffen neuer Wohnanlagen, momentan auch durch den Bau einer künstlichen Insel, wie man es aus Dubai und den Niederlanden kennt. Monaco ist nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat der Welt mit etwa 38 000 Einwohnern, wovon allerdings nur 8 000 wirkliche Monegassen sind. Die Autokennzeichen geben einen Hinweis darauf – nur Zahlenangaben Monegassen, mit Buchstabe von außerhalb. Das letzte Autorennen in Monte-Carlo endete am 26.5.2024 mit etwa dreimonatiger Vorbereitungszeit, das Entfernen aller Sperren und Tribünen braucht dann nochmals drei Wochen Nachbearbeitungszeit. 78 Runden durch die Stadt werden dabei zurückgelegt. Bei der Stadtbesichtigung können wir uns alle selbst ein Bild machen. Vor dem Ozeanischen Museum, für das Jacques Cousteau mit einem gelben Unterwasserboot zu Forschungszwecken gearbeitet hat, wurde 1911 von Fürst Albert I. erbaut und verfügt über insgesamt 90 Becken mit Meerestieren aus aller Welt. In der Kathedrale wurden Fürst Rainier und Grace Kelly als Fürstin Patricia von Monaco getraut und beerdigt. Wir besichtigen kurz die Oper und einen kleinen Teil des Casinos. Auch wenn wir nicht zu den Schönen und Reichen gehören, war es trotzdem schön, dass wir dort sein konnten, aber dort nicht leben müssen. Was natürlich verlockend ist, sind die 300 Tage im Jahr mit Sonnenschein, aber mit zunehmendem Alter kann man auf zu viel Hitze verzichten. Die Klimaveränderung schreitet voran; an einem Tag kann in dieser Gegend so viel Regen fallen, wie in Nordfrankreich in einem Monat und Erdrutsche sind vorprogrammiert. Müde kehrten wir zum Campingplatz zurück. Einige erfrischten sich im schönen Pool unseres Campingplatzes. Dann ließen wir den Tag ruhig ausklingen.