Sardinien III – Tag 6: Busausflug Orgosolo

Aufgrund der Wetterprognose mit starken Windböen können heute die Ausflugsschiffe nicht ausfahren. Wir fahren daher am Nachmittag mit dem Bus ins Landesinnere. Vor dem Tunnel machen wir einen Fotostopp, um den herrlichen Blick auf den Golf von Orosei zu genießen.


Unser Tagesziel ist die Kleinstadt Orgosolo, die Stadt der Gesetzlosen, der Banditen und der Blutrache. Allerdings liegt das 100 Jahre zurück; heute ist der Ort friedlich.


Weitere Berühmtheit erlangte der Ort durch die kunstvollen Wandmalereien an den Häusern, den sogenannten Murales. Ursprünglich wurde hier die Unzufriedenheit der Dorfbevölkerung mit der Gängelei durch die Obrigkeit oder auch die lange vorherrschende Armut in der Region dargestellt. Später wurden dann dramatische Ereignisse aus dem Weltgeschehen, bei denen immer das Leid der Menschen angeprangert wird, dargestellt. Unsere örtliche Fremdenführerin übersetzt uns die Texte und erklärt uns die Geschichte zu den wichtigsten Murales, sodass diese für uns interessant und lebendig werden. Hier einige Bilder, deren Aussage der Leser bestimmt leicht erkennen wird:


Danach besichtigen wir spontan die noch gut erhaltenen Gigantengräber von Madau. Deren Alter wird auf 4.000 bzw. 6.000 Jahre geschätzt. Wir können uns kaum vorstellen, mit welchem handwerklichen Geschick diese tonnenschweren Granitblöcke passgenau aufeinandergesetzt wurden.


Wir fahren zurück durch die beeindruckende Landschaft der Hochebene, des Supramonte, die in der Abendstimmung am Schönsten ist.