Der heutige Tag brachte nicht nur bei schönstem Herbstwetter, einen erlebnisreichen und rundum gelungenen Ausflug nach Passau, sondern auch eine Campertafel mit überraschenden Erkenntnissen hinsichtlich des Beziehungsstatus von Ulla und John … – aber hierzu später mehr. Die wunderschön gelegene „Dreiflüssestadt“ Passau mit ihrem südländisch anmutenden Altstadtflair, ist die zweitgrößte Stadt Niederbayerns und leider oft auch gebeutelt von Hochwasser, 2013 sogar von einem Jahrtausendhochwasser. Wir konnten mit unserer äußerst sympathischen Stadtführerin den spätgotisch-barocken Dom, die Patrizierhäuser und malerische Treppengassen bestaunen. Die reichlich angefügten Fotos können nur annähernd einen Eindruck von dieser tollen Stadt wiedergeben. Begonnen haben wir an der Donaulände und sind zunächst über die Höllgasse, bekannt für ihre Künstler, Richtung Rathaus gegangen. Die jeweiligen Hochwassermarkierungen führen einem erschreckend vor Augen, welche Naturgewalten immer wieder diese Stadt heimgesucht haben.
Die Promenade am Inn lädt zu ruhigeren Spaziergängen ein als die geschäftigen Donauanlegestellen. Der markante, runde Schaiblingsturm aus dem 13. Jahrhundert diente einst der Verteidigung und dem Salzhandel und ist heute eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt. Von hier ist auch die barocke Wallfahrtskirche Mariahilf gut zu sehen. Sie steht auf einem Hügel über der Innenstadt, nahe der Grenze zu Österreich liegt. Sie ist besonders bekannt für ihre überdachte Wallfahrtsstiege mit 321 Stufen, die von Pilgern oft betend auf den Knien bezwungen wird.
Der Blick aufs benachbarte Österreich – gleich um die Ecke.
Die Veste Oberhaus ist eine der größten und mächtigsten Burganlagen Europas und thront hoch über der Dreiflüssestadt Passau. Sie wurde im Jahr 1219 von Fürstbischof Ulrich II. als ehemalige Residenz und Schutzburg der Passauer Fürstbischöfe erbaut. Sie bietet den spektakulärsten Blick auf das Dreiflüsseeck von Donau, Inn und Ilz sowie die Altstadt.
Mitten in der Altstadt bindet sich der Residenzplatz mit dem bekannten Wittelsbacherbrunnen. Ein prachtvoller, verkehrsberuhigter Platz, umgeben von stolzen Patrizierhäusern und der Neuen Bischöflichen Residenz. Die bischöfliche Residenz in Passau ist ein beeindruckender, rund 200 Meter langer Gebäudekomplex, der sich aus der Alten Residenz und der Neuen Residenz zusammensetzt. Über Jahrhunderte hinweg war dieses Areal das Macht- und Regierungszentrum der Passauer Fürstbischöfe. Besonders berühmt ist das repräsentative Treppenhaus mit seinen Deckenfresken und Stuckarbeiten aus der Zeit um 1760. Unterwegs durfte auch das Café aus dem „Passauer Krimi“ nicht fehlen.
Zum Schluss unseres Stadtrundgangs durfte als Highlight der berühmte Dom nicht fehlen. Der Dom St. Stephan ist die Hauptkirche des Bistums Passau und gilt als der größte barocke Kircheninnenraum nördlich der Alpen. Das markante Bauwerk prägt mit seinen weißen Türmen und blaugrünen Kuppeln das Bild der Passauer Altstadt. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1662 wurde der Dom ab 1668 neu im barocken Stil aufgebaut. Der Neubau integrierte ältere Elemente. Der außen sichtbare spätgotische Chor und das Querschiff blieben beim Stadtbrand erhalten. Der Innenraum ist berühmt für seine üppigen Stuckarbeiten und die eindrucksvollen Atlanten-Figuren im Chorgewölbe. Unglaublich, aber wahr: Der Dom beherbergt die größte Domorgel der Welt. Das Instrument besteht aus 17.974 Pfeifen und 233 Registern. Die Orgelkonzerte im Dom sind weltbekannt.
Besonders gefreut haben wir uns zudem über die kurze, aber schöne, Dreiflüsseschifffahrt. Diese zeigt einem die Stadt Passau aus einem neuen und besonderen Blickwinkel. Wir fuhren zudem mit dem Schiff an den Zusammenfluss der drei Flüsse. Hier fließen aus drei verschiedenen Himmelsrichtungen am sogenannten Dreiflüsseeck an der Passauer Ortsspitze zusammen: die Donau. Sie kommt aus dem Westen (blau-braunes Wasser). Der Inn: Er kommt aus dem Süden und aus den Schweizer Alpen (grünes Wasser). Er führt am Zusammenfluss oft am meisten Wasser. Die Ilz: Sie kommt als kleinerer Fluss aus dem Norden und aus einem Moorgebiet des Bayerischen Waldes (schwarzes Wasser).
Zurückkommend auf den Anfang der Geschichte: Nach der Rückkehr aus Passau haben wir eine wunderbare Campertafel gemeinsam auf die Beine gestellt. Wir haben kurzerhand die Fahrstraße auf dem Campingplatz umfunktioniert. Alle haben ihren Beitrag mit Salaten, Wein, Knabberzeugs, Süßigkeiten, Brot etc. geleistet. Es gab hervorragende Rostbratwürste aus dem Airfryer und die berühmten blauen/sauren Zipfel aus dem Topf und einen sehr leckeren Obstsalat mit Eis als Dessert. Ein großes Lob an alle Fleißigen für ihr Engagement, es war eine wirklich gelungene Campertafel.
Die Stimmung stieg mit fortschreitender Stunde und dem Genuss von Wein sowie hochgeistigen Getränken wie regionalem Bärwurz, Ramazotti oder Alte Pflaume. Immer wieder wurde lauthals gelacht.
Als dann auch noch John sich, nach Jahrzehnten, von seiner geliebten Ulla so einfach mal „trennte“, diese aber pragmatisch schnell hierfür adäquaten Ersatz finden konnte, wurde es richtig fröhlich und launisch. Am Ende hatte dann doch wieder jeder Topf seinen passenden Deckel. Daher abschließend zu einem wundervollen Abend einfach nochmals ein „süßes“ Foto vom Dessertteller.



































































