Am heutigen Morgen herrschte geschäftiges Treiben am Platz. Das lag aber nicht nur an unserer Abreise und dem nahenden Regen, sondern auch an dem inzwischen gut gefüllten Platz durch das lange Wochenende – vor allem viele Schweizer Familien waren angekommen. Es wurde geräumt, gespielt, Fahrrad gefahren, lautstark geratscht, gefrühstückt, Markisen eingefahren und zum Teil schon früh zur heutigen Tagesetappe nach Turin aufgebrochen. Die Route führte entlang einiger kleinerer, aber trotzdem sehenswerter Städte, und je näher wir Turin kamen, desto intensiver konnte man im Hintergrund die zum Teil noch schneebedeckten Berge der französischen Seealpen erahnen. Die Route wurde von unseren Gästen unterschiedlich gefahren. Einige haben sich auch dafür entschieden, über landschaftlich schöne Strecken schon heute nach Asti zu fahren und zu erkunden.
Das stark landwirtschaftlich geprägte Gebiet der Poebene, hier wird unter anderem auch Reis und Hartweizen (Durum) angebaut, wirkt auf den ersten Blick oftmals eintönig, ist aber im Detail durchaus für den Kenner interessant. Die beigefügten Bilder geben in Summe einen ersten Eindruck der unterschiedlichen Erlebnisse auf dieser Etappe.
Unterwegs wurden unter anderem auf der schönen Route angesehen:
Vigevano: historische Stadt mit rund 63.000 Einwohnern in der Provinz Pavia, südwestlich von Mailand. Die Stadt gilt als architektonisches Juwel der Renaissance und ist historisch als italienische „Hauptstadt des Schuhs“ bekannt. Die Hauptsehenswürdigkeit ist der Piazza Ducale: Dieser 138 × 48 Meter große, arkadengesäumte Rechteckplatz zählt zu den schönsten Renaissance-Plätzen Italiens. Er wurde um 1494 im Auftrag des Mailänder Herzogs Ludovico il Moro erbaut. Die architektonischen Entwürfe wurden maßgeblich von Donato Bramante und Leonardo da Vinci beeinflusst. Auch erwähnenswert ist eine der größten Burganlagen Europas, die direkt an die Piazza Ducale grenzt – Castello Sforzesco. Der weitläufige Komplex umfasst prachtvolle Paläste, den markanten Bramante-Turm und eine seltene, vollständig überdachte Reiterrampe.
Vercelli: Vercelli ist eine geschichtsträchtige Provinz-Hauptstadt und gilt mit ihren weiten, gefluteten Feldern als die unumstrittene „Reishauptstadt Europas“. Die Stadt liegt auf halbem Weg zwischen Turin und Mailand in der fruchtbaren Po-Ebene am Fluss Sesia. Sie zählt knapp 46.000 Einwohner und blickt auf eine reiche Vergangenheit als wichtiges mittelalterliches Bistum zurück. Die Altstadt mit ihren Bogengängen und der Piazza Cavour sowie dem mittelalterlichen Torre dell‘ Angelo ist von besonderem Charme. Wer an Kirchen interessiert ist, sollte nicht versäumen, die Basilica di Sant’Andrea (ein Meisterwerk aus dem Jahr 1212, sie verbindet als eines der frühesten Beispiele Italiens die französische Gotik mit lombardischer Romanik) zu besuchen. Auch die Cattedrale di Sant’Eusebio (der imposante Dom von Vercelli – wurde ab dem 15. Jahrhundert erbaut) ist nicht unbedeutend mit ihrem monumentalen Kruzifix aus dem 10. Jahrhundert, das mit edlen Silberlamellen verkleidet ist.
Große Begeisterung fand auch der Besuch von Casale Monferrato, einer historischen Barockstadt, in der Provinz Alessandria. Die ehemalige Hauptstadt der Markgrafschaft Monferrato liegt direkt am Fluss Po und gilt als das Eingangstor zur Weinregion des Basso Monferrato. Weithin bekannt und wirklich sehenswert ist die Kathedrale Sant’Evasio – eine prachtvolle, romanisch-lombardische Kirche aus dem 11. Jahrhundert mit einem markanten Atrium und wertvollen Mosaiken. Vom Castello dei Paleologi, einer mächtigen Festung im Stadtzentrum, die heute für Ausstellungen und kulturelle Events genutzt wird, kann man gut die barocke Altstadt erkunden.
Gegen Abend sind dann alle, egal über welche Wege, gut auf unserem schönen Campingplatz eingetroffen. Trotz des wechselhaften Wetters blieb es trocken und man konnte teilweise die beeindruckenden schneebedeckten Gipfel der französischen Seealpen erkennen. Ein kurzer Hinweis aus der Erfahrung von Teilnehmern: Auch mit einem rein elektronischen Zugfahrzeug (BEV) und Wohnanhänger kann man an der Tour aufgrund guter und ausreichender Ladeinfrastruktur ohne Probleme teilnehmen. Vor unserem gemeinsamen Abend hatten wir noch eine kleine Abstimmungsrunde. Hierbei wurden die verschiedenen Ausflugsziele und die gewonnenen Eindrücke ausgetauscht. Anschließend folgte das Briefing zur morgigen Besichtigung von Turin. Vorausgeblickt haben wir auch schon auf den Samstag als Fahrtag mit seinen Highlights, die uns im Piemont und an der ligurischen Küste erwarten. Schön war, dass wieder alle Gäste als Gruppe komplett an dem „Pizzaabend“ des Campingplatzes teilgenommen haben – der süffige Rotwein (wobei nicht jeder Wein allen geschmeckt hat …) hat das Ganze abgerundet. Als Andreas dann nicht nur ein weiteres Fläschchen Vino Rosso spendiert hat, sondern auch noch Rotweingläser organisieren konnte, wollten wir gar nicht mehr aufstehen, sondern die gute Stimmung einfach genießen – wieder mal einfach ein schöner Tag in angenehmer und lustiger Runde.







































